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Wülfrath
Boogie Woogie begeistert das Publikum

Wülfrath: Boogie Woogie begeistert das Publikum
Nachwuchspianist Patrick Ziegler spielte Boogie Woogie im Kommunikations-Center Schlupkothen. FOTO: Dietrich Janicki.
Wülfrath. Das Pianist Jörg Hegemann und Patrick Ziegler spielten in Schlupkothen - mal einzeln, mal zu zweit. Von Rabea Gruber

Sogar auf der Bühne saßen sie, die Gäste. Bernd Kicinski hatte ein paar Stuhlreihen vor und hinter die Klaviere gestellt, um in der ausverkauften Schlupkothener Kathedrale jeden unterzubringen. Hergekommen waren sie alle für einen Boogie-Woogie-Nachmittag der Extraklasse: In der Reihe "Die jungen Wilden" trat der Boogie-Virtuose Jörg Hegemann gemeinsam mit Nachwuchspianist Patrick Ziegler auf. Ein "Boogie-Fest" versprach Hegemann dem Publikum - und hielt Wort. Er und sein Duo-Partner verlangten den Instrumenten alles ab. Ruhig sitzen blieb während des Konzerts niemand, überall im Raum waren wippende Füße, klatschende Hände und breit grinsende Gesichter zu sehen. "Hier ist immer tolle Stimmung", schwärmte Hegemann. "Die Leute kommen wegen der Musik her, das ist herrlich."

Einmal pro Jahr kommt der Wittener ins Kommunikationscenter, um einen jungen Pianisten vorzustellen. Viel Nachwuchs gibt es nicht in diesem raren Piano-Stil, der in der Kneipenszene der 1930er Jahre entstand. Hegemann selbst spielt seit 1987 Boogie-Woogie-Konzerte. Mittlerweile gilt er als einer der besten Boogie-Pianisten der Welt. Mit ihm zu spielen, ist durchaus eine Auszeichnung für die jungen Musiker. Ziegler indes ist in Wülfrath kein Unbekannter. Schon 2012 war er für einen Klavierabend in Schlupkothen. In dem Jahr begann seine Zusammenarbeit mit Hegemann. Seitdem haben die beiden als "Boogie Woogie Generations" viele Konzerte miteinander gespielt, und auch mit Zieglers Solokarriere ging es voran. 2013 erhielt er den Boogie Woogie Award als bester deutscher Nachwuchspianist. Als Geheimtipp gilt Ziegler längst nicht mehr, auch diverse europäische Festivals hat er schon bespielt. In den vergangenen Jahren hat der 29-Jährige einen spannenden eigenen Stil gefunden, der auch rockige Elemente in den Boogie Woogie mit einbindet. Fetzig und modern kommen seine Interpretationen bekannter Boogie-Größen daher. Zu Vince Weber beispielsweise schaue er besonders auf, so der junge Pianist. Ziegler spielte aber auch Eigenkompositionen. Einige von diesen, wie das Lied "Häwelmann", wichen dabei durchaus vom klassischen Boogie Woogie ab und zeigten, wie breit der Hockenheimer musikalisch aufgestellt ist.

Viel Applaus gab es für Zieglers kreative, technisch hervorragenden Läufe in den schnelleren Boogies. Doch auch mit seinen ruhigeren Stücken konnte er das Publikum fesseln. Ganz still war es dann in der Kathedrale, wo zuvor noch geklatscht und gepfiffen wurde. Groovig und aufregend wurde es dabei umso mehr im Zusammenspiel mit Hegemann. Dafür feierte das Publikum die Künstler mit großem Applaus und stehenden Ovationen.

Quelle: RP
 
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