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Wülfrath
BUND kritisiert neue Heizungsanlage

Wülfrath: BUND kritisiert neue Heizungsanlage
Das Dienstleistungszentrum benötigt eine neue Heizungsanlage. FOTO: Michael Nacke (mna)
Wülfrath. Vorsitzender Götz-Reinhardt Lederer vermutet, dass GWG oder Stadtwerke kein Blockheizkraftwerk einbauen wollten. Von Uwe Reimann

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Wülfrath kritisiert die neue, geplante Heizungsanlage für das Dienstleistungszentrum in der Innenstadt, inklusive Haus Luise von der Heyden, Rathaus und GWG-Gebäude. Dort habe die städtische Wohnunsbaugesellschaft GWG eine neue Heizung mit Brennwerttherme eingebaut, obwohl der Umweltausschuss einstimmig dafür plädiert habe, nach Möglichkeit Blockheizkraftwerke in städtischen Gebäuden zu installieren. Das sei nicht geschehen, nun sei eine normale Brennwerttherme geplant. Lederer ärgern die Folgen: "Beim Einbau eines Blockheizkraftwerk hätte die Stadt in 15 Jahren etwa eine halbe Million Euro gespart."

Bereits im Umweltausschuss im November hatte Lederer vor dem Einbau einer Brennwerttherme im Dienstleistungszentrum gewarnt. Gespräche mit GWG-Geschäftsführer André Clasen in den vergangenen Tagen haben ihn auch nicht überzeugt. So habe die GWG der Gesellschafterversammlung drei Rechnungsmodelle präsentiert. Die aktuelle Aufstellung der derzeitigen Anlage verursachten jährliche Kosten von etwa 104.000 Euro. In einer zweite Rechnung dann seien die beauftragten Stadtwerke Wülfrath zu dem Ergebnis gekommen, dass der Einbau mit Blockheizkraftwerk jährlich fast 106.000 Euro kosten würde. Schließlich das Rechnungsmodell für eine herkömmliche Brennwerttechnik ohne Blockheizkraftwerk: gut 83.000 Euro pro Jahr.

Clasen sagte gestern der RP, der Einbau eines Blockheizkraftwerks müsse in jedem Einzelfall geprüft werden. Manchmal sei es sinnvoll, aber beim Dienstleistungszentrum sei die Wirtschaftlichkeit nicht zu gegeben. Lederer ärgern solche Aussagen: "Ich weiß nicht wer das wollte, aber die Modlellrechnung der Stadtwerke ist, sagen wir mal unengagiert." Der Grund: Die Stadtwerke hätten, so Lederer, einen Gas-Tarif von fast 8 Cent pro Kilowattstunde (kwh)zugrunde gelegt, beliefern die GWG derzeit aber zu einem Preis von nur 3,7 Cent/kwh. "Außerdem beinhaltet das Stadtwerke-Rechnungsmodell keinerlei Einnahmen für den produzierten Strom", kritisiert Lederer. Er habe den Eindruck, dass die Stadtwerke den Auftrag bewusst unattraktiv gemacht hätten, sagt er. Seine Vermutung: Wer auch immer das bestimmte, da wollte einfach niemand ein Blockheizkraftwerk.

"Unser Angebot ist seriös und gut durchgerechnet", verteidigt sich Stadtwerke-Geschäftsführer Arne Dorando. Zudem sei der Gebäudekomplex auch eine technisch schwierige Situation. GWG-Geschäftsführer André Clasen vermutet andere Gründe: "Herr Lederer bevorzugt das aus ideologischen Gründen." Würde die GWG ein Blockheizkraftwerk bauen, sei sie Stromprodizent und Energielieferant. Das sei nicht ihre Aufagbe, sagt Clasen. Letztlich könnte die Wohnungsbaugesellschaft bei allen Auflagen mit dem Blockheizkraftwerk keine Wirtschaftlichkeit erreichen.

Quelle: RP
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