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Wülfrath
Bundestagsabgeordnete Griese besucht die Polizeiwache

Wülfrath. Auch ihre 13 Sommertour als Bundestagsabgeordnete bleibt für Kerstin Griese eine wahre Entdeckungsreise. "Wir kommen immer wieder an neue Orte", und dort mit Leuten ins Gespräch, die etwas zu sagen haben.

Jetzt machte die SPD-Politikerin an der Polizeiwache am Rathaus Station. Dort traf sie auf Polizeihauptkommissar Uwe Elker, Polizeidirektor Wolf Peter Hoppe und den Bezirksbeamten Guido Müller, quasi der Dorf-Sheriff der Stadt. "Nicht eine Immobilie, sondern die Präsenz der Beamten auf der Fläche" vermittele Schutz, sagte Elker angesichts weltweiter Horrormeldungen. "Vor Ort geht das Leben weiter, obwohl wir ständig schlechte Nachrichten bekommen", spielte Griese auf die aktuelle Axt-Attacke in einem bayerischen Zug an. Vor allem interessierte sie sich dafür, wie die Polizei aufgestellt ist. Mit acht Beamten ist die Wache besetzt. Der sogenannte Wachhabende, der im Beamtendeutsch mit "AP" abgekürzt wird, was für "Anzeigen und Publikumsverkehr" steht, ist von 8 bis 16 Uhr da, der Wachdienst, mit Steh- und Schreibzeit, läuft rund um die Uhr. Herzstück der Aufgaben vor Ort ist Dorf-Sheriff Müller. Seit vielen Jahren im Einsatz, mit den Örtlichkeiten bestens vertraut. Ein Sinnbild des Spruchs "Polizei, dein Freund und Helfer", was der Beamte ergänzte: "Und manchmal wird daraus ein 'Ich helf' dir gleich, mein Freundchen'". Nach all den Jahren ist er noch immer begeistert von seinem Job, zu der auch die Arbeit in Sachen Verkehrssicherheit mit Kita- und Schulkindern zählt. Dank "sehr guter Vernetzung" ist seine Aufklärungsquote hoch. Letztes spektakuläres Beispiel vor sechs Wochen, als ein Kind vermisst, aber wiedergefunden wurde. "Groß, ebenerdig und auf den Laufwegen des Bürgers" sei die Wache am Rathaus. Kurze Wege gibt es durch die Nachbarschaft zu Jugend- und Sozialamt. Verkannt wird die Situation allerdings in Sachen Fuhrpark. "Wir haben zu wenig Autos", sagte Wolf Peter Hoppe über Mobilität im Eventuellfall. Nun habe man genügend Personal, das ausrücken könnte. "Aber keine Fahrzeuge." Auch thematisiert wurde die Flüchtlingsfrage. Bisher sei die Bewältigung der umfangreichen Arbeiten "eine Menge Arbeit" gewesen. "Bislang ist es gut gelaufen. Aber wir dürfen den Prozess nicht aus den Augen verlieren", resümierten die Polizisten. Zumal, da dem Vernehmen nach direkt an der Wache eine städtische Unterkunft für weitere 100 Flüchtlinge, im Gespräch sind alleinreisende Männer, entstehen soll. Auffällig sei die "erhebliche Zunahme der Notrufzahlen sowie die Länge der Einzeltelefonate". In Ermangelung anderen Service-Personals würde offensichtlich zunehmend mit leichter Hand die 110 gewählt. "Von Mitteilungen, das Geld sei weg oder die Handy-Karte ist leer bis zur Meldung von Fällen häuslicher Auseinandersetzungen" reicht das Spektrum. Und auch ein Vorzeigeprojekt wurde erwähnt, die Ordnungspartnerschaft "Fliehter Runde". Seitdem Mitarbeiter des Kalkwerks zusammen mit Ordnungs- und Jugendamt sowie Polizisten neuralgische Punkte ablaufen, sind Sachbeschädigung und Vermüllung massiv reduziert. "Können Sie das bitte auch in Berlin einführen?", bat die Politikerin.

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