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Wülfrath
Das Café Heumarkt ist gerettet

Wülfrath: Das Café Heumarkt ist gerettet
Ulrike und Joachim Ellinger zögerten nicht lange, als sie von der Schließung erfuhren. Servicekraft Ineke Koch ist mit an Bord. FOTO: Achim Blazy
Wülfrath. Ulrike und Joachim Ellinger haben das beliebte Café in der Fußgängerzone am Leben erhalten. Die Vorbesitzerin Sandra Löffler musste aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Von Oliver Wiegand

Als das Café Heumarkt im November 2014 eröffnete, war es schon nach wenigen Wochen nicht mehr aus der Fußgängerzone weg zu denken. Mit frisch gebackenem Kuchen, einem leckeren und reichhaltigen Frühstück sowie Bio-Eis und kulinarischen Themenabenden hatte Sandra Löffler schnell die Herzen ihre Gäste erobert.

In den Räumen, wo früher die Stadtwerke residierten, entstand ein beliebter Treffpunkt von Jung und Alt. Vor allem an den etwas wärmeren Tagen waren auch die Plätze draußen sehr begehrt. Mit großem Entsetzen reagierten viele Wülfrather, als sie vor wenigen Wochen auf die große Tafel vor dem Café schauten. "Manchmal kommt es anders, als man denkt. Schweren Herzens schließe ich mein Café aus gesundheitlichen Gründen zum 1. Mai" - hatte Sandra Löffler geschrieben. Das Schild gelesen haben auch Ulrike und Joachim Ellinger. Das Ehepaar ist vor 1,5 Jahren von Kupferdreh nach Wülfrath gezogen. "Unser Sohn geht auf die Freie Aktive Schule und wir wollten täglich nicht mehr so viel fahren", sagt Joachim Ellinger. Eine schöne Wohnung in der Innenstadt war schnell gefunden. Die Ellingers wurden rasch Stammgäste im Café Heumarkt. "Als wir von der drohenden Schließung erfuhren, haben wir sofort überlegt, was wir tun können", sagt Ulrike Ellinger. Die 47-Jährige ist Unternehmerin aus Leidenschaft und leitet ein Berufskolleg in Essen, das sie von ihrer Mutter übernommen hat. Weil es in dem Berufskolleg auch ein Bistro gibt, haben die Ellingers auch bereits Gastronomie-Erfahrung gesammelt. Kurz entschlossen handelten beide mit Sandra Löffler die Übernahme des Cafés aus. "Wir haben mit Frau Löffler vereinbart, dass sie als Geschäftsführerin zurückkehren kann, wenn sie wieder genesen ist", sagt Ulrike Ellinger. Das Café machte schon am 2. Mai wieder zu den gewohnten Zeiten auf. Für die Ellingers gab und gibt es noch viel zu organisieren. Wer backt den frischen Kuchen, was gibt es zum Frühstück, was nehmen wir sonst noch ins Programm. Ganz schnell haben sie auch wieder Mitarbeiter gefunden, die gerne im Café Heumarkt arbeiten. "Wir haben elf Angestellte, die sich auf die 14 Schichten aufteilen", sagt Ulrike Ellinger.

Für sie sei es sehr wichtig, dass Café zu erhalten. So gebe es für die Besucher des nahe gelegenen Einkaufszentrums immer einen Grund, auch noch in die Altstadt herüber zu bummeln. In den vergangenen Monaten hat sie Wülfrath kennen und lieben gelernt. "Hier ist alles so nah und dicht beieinander", sagt Ellinger. Viel schöner, als in der Stadt. Trotzdem gebe es am Angebot nichts auszusetzen. In Wülfrath bekomme man im Haushaltswarengeschäft in der Innenstadt sogar eine einzige Schraube - wenn man es denn möchte.

Quelle: RP
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