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Wülfrath
Das Forensik-Problem der Diakonie

Wülfrath: Das Forensik-Problem der Diakonie
In Wuppertal werden nun zwei Standorte weiter geprüft. Sollte es die Kleine Höhe werden, wird die BDA über ihre nahe Lage nachdenken müssen. FOTO: privat
Wülfrath. Die Bergische Diakonie zog ihr Grundstücksangebot für eine neue Forensik zurück. Nun will das Land mit der Stadt Wuppertal auf der Kleinen Höhe eine Straftäterklinik bauen. Das bringt die Diakonie in Erklärungsnot und manövriert sie in die Sackgasse. Von Uwe Reimann

Die Kleine Höhe auf Wuppertaler Stadtgebiet soll es jetzt werden. Diese Standortentscheidung für die neue Forensik im Landgerichtsbezirk Wuppertal werden die Stadt und das Land NRW planerisch künftig absichern müssen. Zudem, und das ist die noch unangenehmere Aufgabe, werden sie das Projekt gegen eine sich wieder formierende Protestbewegung verteidigen und erklären müssen. Die Bergische Diakonie Betriebsgesellschaft (BDB, vormals BDA) ist nach ihrem im Frühjahr zurück gezogenen Grundstücksangebot in Aprath raus und könnte sich zurücklehnen. Von wegen! Obwohl nicht beteiligt, wird die BDB noch gehörige Probleme mit einer Straftäterklinik auf der Kleinen Höhe bekommen.

Als die Verantwortlichen Ende 2012 dem Land NRW ihr Grundstück der BDB in Aprath als mögliches Areal für die neue Forensik anboten, schien es ein Deal. Schon damals waren große Teile der Infrastruktur der Kinder- und Jugendpsychologischen Einrichtungen sanierungsbedürftig. Warum also nicht mit einem Arrangement gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das Land bekommt das notwendige Grundstück und zeigt sich mehr als großzügig bei der finanziellen Hilfe für Umzug, Neubau und Einrichtung an einem neuen Ort. Denn: Direkt neben der neuen Forensik ginge das mit diesen Einrichtungen gar nicht, hieß es bei der BDB.

Das Argument zählt nun ebenso hartnäckig beim Standort Kleine Höhe. Der liegt von der BDB nicht mal 900 Meter entfernt und dürfte sich ebenso wenig mit einer Kinder- und Jugendpyschologischen Einrichtung in solch kurzer Distanz vertragen.

Ein Umzug wäre zwingend - aber womöglich nicht bezahlbar, nachdem klar ist, dass üppige Finanzhilfen aus Düsseldorf nicht mehr zu erwarten sind. Die BDB-Führung ist in der Zwickmühle dies zu erklären. Sie wird ruhig bleiben und hoffen, dass niemand diese Diskussionen anfacht.

Vielleicht spekuliert man drauf, dass der Standort Kleine Höhe letztlich von Stadt und Land gar nicht realisierbar ist, denn: Schon seit langem verweisen Experten auf die großen wasserrechtlichen Probleme, die der Bau einer solchen Straftäterklinik auf dem Areal der Kleinen Höhe nach sich ziehen würde. Würde das Projekt nicht realisiert, wäre auch die BDB nicht genötigt, umzuziehen.

Dabei hat die Diakonie genug Probleme mit dem Sanierungsstau am Standort Aprath. Hilfe und Verständnis beim Land zu finden wird schwierig sein, denn dort ist nach dem plötzlichen Rückzug in der Grundstücksfrage im Frühjahr Vertrauen mehr als nur beschädigt worden. Neben den Finanzen drückt also ein Vertrauensproblem.

Es gab schon mal ruhigere Zeiten bei der Bergischen Diakonie.

Quelle: RP
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