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"Neanderland Tatorte" in Wülfrath
Das Wochenende der Offenen Ateliers

"Neanderland Tatorte" in Wülfrath: Das Wochenende der Offenen Ateliers
Antje Leu malte im Rahmen der "Neanderland Tatorte" im offenen Atelier der Bergischen Diakonie Aprath. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Mehr als 110 Künstler hatten am Wochenende in rund 150 Ateliers im Kreis eingeladen. Auch die Bergische Diakonie gewährte Einblicke. Von Thomas Peter

Zum dritten Mal fanden am Wochenende die "Neanderland Tatorte" statt. Bei dieser Biennale, also einer Aktion, die alle zwei Jahre stattfindet, öffnen 150 Künstler im gesamten Kreis Mettmann ihre Ateliers für die Öffentlichkeit.

Ob professioneller Bildhauer oder Hobbykünstler, jeder, der mit Leidenschaft, Gemälde, Skulpturen, Fotografie oder Glas- und Keramikkunst herstellt, kann teilnehmen und seine Werke einem interessierten Publikum präsentieren. Bekannte Ateliers darunter sind etwa Prima Neanderthal, Ralf Buchholz und Sigrid von Krüchten aus Erkrath sowie Monica Ebert und das Kunsthaus in Mettmann. Im Mettmanner Kunsthaus waren nur Werke zu sehen, die von Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie erstellt wordne sind. Wie viele Besucher zu den Tatorten kommen, ist schwer zu sagen. In eingen Ateliers sind mehr als 100 Leute zu Gast, ein anderer Künstler ist mit 20 Gästne zufrieden,

In Wülfrath öffnete unter anderem das Haus Langensiepen, offenes Atelier der Bergischen Diakonie, seine Pforten. Das Offene Atelier ist ein wöchentliches inklusives Kursangebot für Bewohner der Diakonie, ambulante Kunsttherapie und externe Kunstinteressierte.

Hier wird immer donnerstags gemeinsam gemalt, geschnitzt und gehämmert. "Ob psychisch erkrankt oder nicht macht bei uns keinen Unterschied" erzählt Manuel Rohde, Sozial- und Kunsttherapeut. Gesunde und Kranke könnten im gemeinsamen Kreativ-Sein wertvolle Erfahrungen sammeln. So wie Ingeborg Colsmann, Apothekerin im Ruhestand, die bereits seit 20 Jahren regelmäßig die Kurse besucht.

"Ich schaffe etwa eine Skulptur pro Jahr" sagt Colsmann, so dass inzwischen 20 Werke aus Marmor und Sandstein zusammengekommen seien. Meist seien es abstrakte Formen, aber auch eine Eule, einen Fisch und ein Liebespaar habe sie schon gebildhauert. Um die Hausecke hat sich Barbara Weyer in einer Garage einquartiert. Sie ist Bildhauerin und mit beeindruckenden Skulpturen in den Ausstellungsräumen vertreten. Aktuell bearbeitet sie einen Speckstein. Der ist so weich, dass man ihn mit einfachen Messern und Feilen bearbeiten kann. "So brauche ich vielleicht nur ein halbes Jahr, während Marmorskulpturen ein ganzes Jahr dauern" sagt Barbara Weyer. Und Manuel Rohde verrät: für Barbara habe ein neues Jahr erst so richtig begonnen, wenn im Frühling die Kurse wieder losgehen.

"Zwei unserer profiliertesten Künstler sind Bewohner der Diakonie" erzählt Rohde. Während Rudi Beck Besucher in seiner Wohnung empfängt, hat Michael Wittenius für die Tatorte einen eigenen Ausstellungsraum im Atelier bekommen. Der gebürtige Wuppertaler (Jahrgang 1957) hatte seit seiner Schulzeit nicht mehr gemalt, als er vor einigen Jahren seinen ersten Malkurs an der Diakonie besuchte. Mit Acryl, Mischtechniken, Wachs und selbstgemachtem Klebstoff widmet er sich dem Prozess des Malens, der ihm Konzentration und Entspannung bereitet. Heraus kommen abstrakte, expressionistische Bilder, die oft eine leicht düstere Anmutung haben. Er wird auch bei den nächsten Neanderland Tatorten 2018 wieder mit dabei sein.

Quelle: RP
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