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Wülfrath
Dem Gymnasium fehlen Englisch-Lehrer

Wülfrath. Die Internationale Klasse am Gymnasium hat mittlerweile acht Schüler. Die Schulleitung sucht händeringend Lehrer, für viele Klassen fehlen bereits Kräfte. Die Folge: noch mehr Unterrichtsausfall. Von Uwe Reimann

Ja, sie läuft, die neue Internationale Klasse am Gymnasium. Und ja, die mittlerweile acht Schüler "sind sehr lernbegierig und lernen die deutsche Sprache sehr schnell", sagte der stellvertretende Schulleiter Jürgen Blum kürzlich im Schulausschuss. 18 Unterrichtsstunden pro Woche erhalten die Schüler im Alter zwischen 13 und 15 Jahren. Im Fokus stehe zwar die deutsche Sprache, aber es gebe kaum noch Englisch-Lehrer auf dem Markt, die man einstellen könnte. Eine Stelle habe die Schulbehörde für diese Internationale Klasse geschaffen, die passende Lehrkraft dafür einzustellen, sei jedoch nicht einfach - auch weil spezielle Qualifikationen notwendig sind. Deshalb verschärft sich die Situation am Gymnasium insgesamt. Die Englisch-Lehrer seien vor allem für die Klassen mit nicht deutsch sprechenden Jugendlichen eingesetzt worden. Die Folge: Der reguläre Englisch-Unterricht in den Jahrgangsstufen muss insgesamt gekürzt werden, sagte Blum. Damit erhöhe sich auch der ohnehin schon hohe Unterrichtsausfall am Gymnasium.

Einen möglichen anderen Grund sprach Kämmerer Rainer Ritsche an. Da die Eltern über Kita und Grundschule möglicherweise an ein Ganztagsangebot gewöhnt seien, schrecke dieses fehlende Angebot am Gymnasium eventuell ab, stellte er zur Debatte. Blum jedoch verneinte dies. Die zweistündige Hausaufgabenbetreuung nach dem Unterricht sorge seiner Meinung nach dafür, dass die Kinder bis 15 Uhr in der Schule sind.

Ob die schwierige Situation am Gymnasium zu den deutlich verminderten Anmeldezahlen für das neue Schuljahr beigetragen habe, ist Spekulation. 67 waren es am Gymnasium, im vergangenen Jahr lag die Zahl bei 92. An der Sekundarschule waren es 72, die Freie Aktive Schule hat 28 Schüler für die nächste 5. Klasse aufgenommen.

Schulamtsleiter Dietmar Rude gab zu Bedenken, dass sich noch etwa 15 bis 20 Grundschulkinder nicht angemeldet hätten, die derzeit in Wülfrath zur Schule gingen. Rude erwartet, dass sich von denen noch der ein oder andere melden wird, um das kommende Schuljahr an einer Wülfrather Schule zu beginnen.

Neben der Internationalen Klasse haben aber auch andere weiterführende Schulen und die Grundschulen Kinder von Flüchtlingen und Asylbewerbern aufgenommen: 31 an Real- und Sekundarschule, 12 an der Lindenschule und jeweils 14 an Parkschule und in der Ellenbeek.

Quelle: RP
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