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Wülfrath
Die Tafel gehört fast in die Kreidezeit

Wülfrath: Die Tafel gehört fast in die Kreidezeit
Sekretärin Dagmar Borm muss im Gymnasium zur Zeit mit zwei verschiedenen Rechnersystemen arbeiten. Schulleiter Joachim Busch hofft aber, dass der Umzug von Apple- auf Windows-Geräte bald vollzogen ist. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Pünktlich zum Start ins neue Schuljahr funktioniert am Gymnasium das WLAN. Dafür zwackt's wegen eines Systemwechsels im Verwaltungsnetzwerk. Von Valeska von Dolega

"So ein Systemwechsel kann in den Sommerferien vorgenommen werden. Dann ist aber keiner von uns da. Oder es geschieht im laufenden Betrieb", erklärt Joachim Busch, Leiter des Gymnasiums. Die Entscheidung, das vorhandene Apple-Netzwerk durch Windows zu ersetzen, wird jetzt quasi am offenen Herzen vollzogen.

Notwendig ist der Wechsel geworden, weil das alte Verwaltungsnetzwerk "in die Jahre gekommen" ist. Im Workflow sei das Sekretariat um Dagmar Borm "an seine Grenzen gestoßen".

Etwa 820 Schüler werden in diesem System verwaltet und gepflegt. Wie gut das in zwei parallel zueinander laufenden, aber nicht reibungslos funktionierenden Schleifen geht, zeigt sich Ende des Monats. Denn Anfang September muss bei der Bezirksregierung die amtliche Schulstatistik vorgelegt werden. Die ist ein Mal jährlich, immer kurz nach den Sommerferien, fällig und gibt Auskunft über alle Kinder und Unterrichtsereignisse am Gymnasium.

Jürgen Blum, stellvertretender Schulleiter, und seit Jahren "gewissenhafter Betreuer" dieses Verwaltungsnetzwerks, wie Joachim Busch sagt, trickst gerade an einer Notlösung. "Im Moment weiß keiner, wann das neue System fehlerfrei läuft."

Eine andere IT-Baustelle dagegen hat sich pünktlich zum neuen Schuljahr in Wohlgefallen aufgelöst. "Das WLAN läuft." Allerdings bezieht sich diese Jubelmeldung auf die Nutzung im Neubau sowie naturwissenschaftlichen Trakt. "Bis auch der Altbau dran ist, kann es allerdings noch dauern." Und: Nur Lehrer sind zugangsberechtigt. Dass Schüler bislang nicht davon profitieren, ist der Sorgfaltspflicht geschuldet. "Wir sehen nicht, wie wir den Zugang aufs Netz kontrollieren könnten." Abgesehen davon werden technische Engpässe befürchtet.

Die drohen schon jetzt. Würde die Hälfte der 90 Lehrkräfte gleichzeitig einloggen, ginge das Netz in die Knie.

Gute Gründe für WLAN gibt es viele. Im Fremdsprachenunterricht kann von Verlagen entwickelte, kostenlose Übungssoftware genutzt werden, in Chemie spektakuläre Experimente, die in Uni-Labors gemacht wurden, angesehen werden, im Deutschunterricht aktuelle politische Reden gehört und debattiert werden.

Die Geografen und Künstler sollen als nächstes Mitnutzer werden. "Das WLAN ist da. Aber es muss mit den Anforderungen mitwachsen. Das ist nichts Statisches." Wann diesbezüglich am städtischen Gymnasium weiter investiert wird, ist unklar. Die Stadt hat derzeit eine Haushaltssperre.

Etwas neidisch schauen Joachim Busch und Kollegium diesbezüglich auf ihre Partnerschule im schwedischen Umea. "Deren Internet-Anbindung ist etwa 300 mal schneller als unsere."

Quelle: RP
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