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Wülfrath
Ein Stückchen Provence am Angerbach

Wülfrath: Ein Stückchen Provence am Angerbach
Gärtnermeister Mark Drenker pflanzte zusammen mit einigen Mitarbeitern der Deutschen Bank wie Carmen Roman (links) und Bettina Lenz diverse Blumen und Kräuter im neu gestalteten Grünzug In den Banden. Alle hoffen auf 32 Quadratmeter Hochbeete mit vielen Farben. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Mitarbeiter der Deutschen Bank bepflanzten das städtische Hochbeet im neu gestalteten Grünzug In den Banden. Von Lars Mader

Für solch prächtiges Pflanzwetter, so behaupteten die Kollegen der örtlichen Deutschen Bank, hätten sie zuvor extra die Sonne geputzt. Das scheint unglaublich, doch lieferten sie den Beweis für höchste Einsatzbereitschaft bei der Erstbestückung des neuen Hochbeets.

Für Filialleiter Thomas Hable kam die Aktion zur rechten Zeit: "Wir hatten ohnehin vor, etwas in der Art für die Stadt zu machen. Und das hier passt einfach gut zu uns." Mit der "Initiative plus" unterstützt das Unternehmen gesellschaftliches Engagement ihrer Angestellten finanziell und stellte 1000 Euro zur Verfügung.

Voraussetzung war jedoch, dass wirklich tatkräftige Hände anlegt werden. Mitarbeiterin Alexandra Braun hat gerade in der Kalkstadt ein Haus samt Garten gebaut: "Seitdem finde ich es super, dort beim Unkrautjäten zu entspannen." Beim Teammeeting schlug sie vor, die Bepflanzung des 32 Quadratmeter großen Hochbeets in der Innenstadt zu übernehmen: Ursprünglich für März geplant, erwies sich nun durch den verschobenen Frühlingsbeginn die Aprilmitte als optimaler Startpunkt. Dass das Beet zukünftig in Ordnung bleibt, dafür sorgt der Bürgerverein Wülfrath, schilderte die Vorsitzende Adelheid Heiden: "Direkt ab morgen sind wir für die Pflege hier verantwortlich."

Heiden ist Gründungsmitglied des Mehrgenerationenspielplatzes und der Bürgerverein von Anfang an bei der Realisierung involviert: "Meine Überlegung war zunächst, hier Spalierobst mit Himbeeren- oder Johannisbeeren zu pflanzen, so dass man auch ernten könnte." Jedoch hätten die jungen Setzlinge erst lange einzäunen beiben müssen.

"Nun können Rollstuhlfahrer direkt heranfahren und Kräuter wie Rosmarin und Oregano riechen und fühlen", erklärt Adelheid Heiden die Aussparung unter dem Beet. Zur besseren Erkennbarkeit werden die einzelnen Pflanzen beschildert, versprach die Vorsitzende: "Die Beetpflege haben wir ganz einfach organisiert, indem wir Herrn Drenker damit beauftragt haben."

Der ortsansässige Garten- und Landschaftsbauer legte bereits ehrenamtlich das benachbarte und mit 12 Quadratmetern kleinere Hochbeet an und pflegt dieses in Eigenregie: "Man muss der Stadt ja auch mal etwas wiedergeben, oder?" Er verfügt über das notwendige Equipment, wie die von den Bankleuten genutzten Handharken oder ein mobiles Fass zur Bewässerung. Zur Vorlage hat Drenker einen aquarellbunten Skizzenplan gezeichnet: "Ich habe ein Repertoire an etwa 30 Stauden, die ich gerne verwende und mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe."

Als prominenteste Blüte wird der lilalaunige Lavendel südfranzösisches Flair einbringen. Weitere Blühstauden wie das bläuliche Rosemoor-Geranium oder den gelbglänzenden Goldsturm hat Drenker mit hohen Gräsern wie Heidebraut und Moorhexe kombiniert: "Das gibt ein Blütenmeer ohne Ende. Bei dem Wetter geht das auf wie Schmitz` Katze." Die Einfassung war grob mit Erde aufgefüllt worden, darauf hat Drenker Schichten von Mutterboden Dünger und Mulch gegeben.

Für dieses Jahr rechnet er mit monatlichen Pflegeintervallen. Nächste Saison wird dann voraussichtlich ein Besuch pro Jahreszeit ausreichen: "Mit dieser Flächigkeit habe ich das bei mir zu Hause auch im Garten."

Die Einbindung der Bürger sei inzwischen ein bewährtes Modell und bald auch für die Spielfläche in Rohdenhaus denkbar, berichtete Nina Bettzieche vom Planungsamt. "Hier in Wülfrath haben wir diese Prinzip der Patenschaften an verschiedenen Stellen. Es reicht von einzelnen Pflanzkästen bis hin zu Bäumbeeten." Das Hochbeet sei allerdings die größte Maßnahme bislang und bedeute ein herausragendes Engagement.

Im Grünzug In den Banden seien durch solche freiwilligen Beiträge fast alle Planungswünsche umgesetzt worden: "Da hat die Bürgerschaft der Stadt Wülfrath enorm viel geleistet", lobt die städtische Mitarbeiterin.

Und die Umgestaltung geht weiter, schildert der neue Technische Dezernent Martin Barnat: "Es sind noch Maßnahmen im Bereich Beleuchtung geplant." Der Durchlauf der Anger durch die Schwanenstraße soll indirektes Licht bekommen, und die daraus resultierenden Spiegelungen auf der Wasserfläche bei Dunkelheit für spannende Effekte und Atmosphäre sorgen.

Quelle: RP
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