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Wülfrath
Eine "Nette Toilette" für Wülfrath

Wülfrath. Im neuen Generationen-Park in den Banden gibt es keine Toilette. Der Seniorenrat hatte sich dafür eingesetzt, notfalls sollte auch ein Dixi-Klo her. Politik und Stadt wollen lieber Geschäftsleute ermuntern, ihre Toiletten zu öffnen. Von Oliver Wiegand

Auf der ehemaligen Hundewiese im Herzen der Kalkstadt ist ein großer Park mit Spielgeräten für Jung und Alt entstanden. Der Generationen-Park wird von der Bevölkerung gut angenommen. Der Seniorenrat der Stadt fürchtet, dass es dort bald nicht mehr ordentlich und sauber ist. Grund ist nach Ansicht der älteren Wülfrather eine fehlende Toiletten-Anlage.

"Wenn wir nicht wollen, dass dieser schöne Park verunreinigt wird, müssen wir schnellstens Abhilfe schaffen", sagte Gertrud Brüggemann, Vorsitzende des Seniorenrats. Die Gastronomie in der Umgebung könne dieses Problem nicht lösen - so der Seniorenrat. Möglicherweise könne man auch die noch funktionierende Toilettenanlage im Kiosk Am Diek reaktivieren, so der Seniorenrat. Im Ausschuss für Stadtentwicklung kam das Thema jetzt zur Sprache.

Die Stadt und insbesondere Kämmerer Rainer Ritsche, halten überhaupt nichts von einer neuen Toilettenanlage. Die würde nämlich Geld kosten, das die Stadt angesichts klammer Kassen gar nicht hat. Ein fest installiertes Toiletten-Gebäude benötige Anschlüsse an Frischwasser und Kanalisation und verursacht neben hohen Anschaffungskosten regelmäßige Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten - schreibt die Stadt in ihrer Begründung. Dazu kommt: Nach Ansicht des Planungsamtes ist ein Toiletten-Gebäude aus "städtebaulichen Gründen gestalterisch nicht verträglich." Ebenfalls für nicht tragbar hält die Stadt ein Dixi-Klo. Es bestehe die Gefahr von Vandalismus. Die Toilette könnte beschmiert oder umgeworfen werden. Auch hier wären laufende Kosten für die Reinigung einzuplanen, da üblicherweise nur eine wöchentliche Reinigung/Entleerung vorgesehen ist. Gestalterisch passe so ein Plastikhäuschen ebenfalls überhaupt nichts ins Stadtbild. Für unnötig hält die Stadt auch die Reaktivierung der Toilettenanlage Am Diek. In der Nähe befinde sich der Angermarkt. Der Betreiber der dortigen Bäckerei habe sich vertraglich verpflichtet, die Toilette der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und die Bewirtschaftungs- und Reinigungsarbeiten zu tragen.

Die Öffnungszeiten decken auch das Wochenende ab und der Weg vom Generationen-Park dorthin sei sogar noch kürzer als zum Kiosk Am Diek. Die Bäckerei habe von Montags bis Samstags in der Zeit von 6 bis 21 Uhr geöffnet. Selbst am Sonntag sei von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr am Abend offen.

Nicht so richtig einsehen, warum denn das Altenheim Haus-August-van-der-Tweer seine Toiletten nicht zur Verfügung stellen kann, wollte Karin Hoffmeister. "Die haben doch Toiletten, das würde sich doch geradezu anbieten", sagte Hoffmeister. Bürgermeisterin Claudia Panke und auch Kämmerer Rainer Ritsche sagten, es habe mehrfach Gespräche mit dem Altenheim gegeben. Man könne die Toilette nicht für die Allgemeinheit öffnen, weil somit Fremde in "das Wohnzimmer der alten Leute" hineinkommen. Darüber hinaus wolle man das auch als hygienischen Gründen nicht. Aus den Reihen der Politik kam der Vorschlag, auch in Wülfrath könnte man das Konzept der "netten Toilette" einführen. Das Prinzip: Geschäftsleute stellen ihr stilles Örtchen zur Verfügung. Sie können von den Benutzern einen Obolus nehmen. "Ich kann mir aber auch vorstellen, dass die Stadt den Geschäftsleuten so etwa 150 bis 200 Euro im Jahr für die Reinigungskosten bezahlt", sagte Axel Effert (CDU). Möglich wäre aber auch, dass ein Café alleine die Aufgabe übernimmt und dafür 1500 Euro im Jahr erhält.

"Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass irgendwer, der dringend auf Toilette muss, von den Geschäftsleuten abgewiesen wird", sagte Kämmerei Rainer Ritsche.

Quelle: RP
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