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Wülfrath
Ferienspaß bringt Kinder an die Macht

Wülfrath: Ferienspaß bringt Kinder an die Macht
In den kommenden zwei Wochen regeln die jungen Leute aus Kid's Town die Geschehnisse der Stadt. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. An der Schulstraße kreieren Kinder ihre eigene Stadt. Sie heißt Kid's Town, verspricht viel Spaß und vermittelt soziale Kompetenzen. Von Valeska von Dolega

Es ist die vorerst wichtigste Wahl ihrer Karriere. Also haben Lukas, Christian, Lenya, Miriel, Jonas, Tom und Melina alle Register gezogen und im Kreativatelier an ihrer Kampagne gearbeitet. Die sieben stellen sich jetzt der Bürgermeisterwahl. "Ich bin für eine friedliche Stadt" oder "Ich möchte, dass alle fröhlich sind" lauten knackige Wahlversprechen. Nicht in Konkurrenz zu Rathauschefin Claudia Panke, sondern in Kid's Town ("Kinderstadt") So nennt sich der im Kinder- und Jugendhaus (Infobox) stattfindende Sommerferienspaß.

Zum dritten Mal in Folge bringen sich 68 Kinder als Stadtkreateure ein. "Ich bin die Stadtverwaltung", erklärt Francesca (10) selbstbewusst. Bereits im vergangenen Jahr war sie hier aktiv, "das war ein toller Spaß, man lernt immer neue Leute kennen". So wie Josephine, Chefin der kinderstadteigenen Bank. Die Elfjährige kann "so la la mit Geld umgehen". 20 Euro Taschengeld bekommt sie monatlich, "beim Shoppen ist das schnell weg". Aber nun will sie den "nachhaltigen Umgang mit Geld" lernen, und Freundin Isabel (10) steht ihr dafür zur Seite. Und die "Townies", wie die eigene Währung heißt. Erstmals gibt es sie als Einer-, Fünfer- und Zehnermünzen. "Früher gab es bloß Einser", weiß Lisa-Marie. Die Elfjährige ist zum dritten Mal dabei, "das ist hier viel besser als zu Hause". Dass Townies nur bekommt, wer etwas dafür leistet, weiß sie. "Das finde ich gut."

Mit Abteilungen wie Stadtverwaltung, Polizei, Kreativstudio, Tanzwerkstatt, Restaurant, Sanitätsdienst und einem Informationsbüro gibt es insgesamt zehn Spielbereiche, in denen sich die Kinder austoben und erproben können. Basisdemokratisch geht es zu, das besagen die Regeln. Und dass die eingehalten werden, dafür sorgen die Bürger der Stadt sowie Jugendhaus-Mitarbeiterin Danile Dietz, neun weitere Betreuer sowie die Praktikantinnen Isabella und Alessa. Die einzelnen Abteilungen sind miteinender vernetzt, "wenn also das Restaurant eine aktuelle Speisekarte braucht, bestellt sie die im Kreativstudio". Gestern drehte sich in der Kinderküche alles um "Waffeln", "manche können dann schon mit dem Waffeleisen umgehen, andere nicht", fasst Alessa die individuelle Umsetzung zusammen. Wichtig ist hier natürlich, die Aspekte gesunder Ernährung zu vermitteln. Also steht auch selten Süßkram auf dem Speisezettel, bevorzugt stehen frisch geschnipselte Salate oder zart gedämpftes Gemüse im Mittelpunkt.

"Das Schöne hier ist, dass man immer machen kann, was man will", freut sich Lucy (9). Bevorzugt ist sie im Atelier. Dort nämlich hat sie ihre alte Kindergartenfreundin Julia (9) von den Stadtspatzen wieder getroffen und nun Jeanne (10) kennen gelernt. Gibt es für das Dream-Team mal gerade nichts zu basteln oder malen - der schwarze Tresor, geschaffen aus Pappmaché ist nun einsatzbereit - tobt sie gerne im Außenbereich oder der für den Ferienspaß geöffneten Turnhalle. "Das Straßennetz muss noch fertig gemacht werden", erklärt Tom. Entsprechende, in der Kreativwerkstatt gemalte Schilder regeln das Geschehen, wer auf Rollern und in Kettcars daran teilnehmen will, erwirbt vorher einen Führerschein. Auch hier gilt: Zum Wohle aller hält sich jeder ans Reglement.

Und wer mal keinen Bock hat, zieht sich im Ruheraum zurück. Um, so wie Tom, an seiner Bürgermeisterkampagne zu feilen.

Quelle: RP
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