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Wülfrath
Fiedler füllen die "Kathedrale"

Wülfrath. Das Violinquartett spielte Geigenmusik aus aller Welt. Stürmischer Applaus. Von Thomas Peter

"Herzlichen Dank für Ihr Erscheinen heute an diesem tollen Tag hier bei uns", freute sich Hausherr Bernd Kicinsky. Mit über 90 Karten war die "Kathedrale" des Kommunikations-Centers einmal mehr ausverkauft. Schon bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt dort vor einem Jahr konnte sich das Violinquartett "Four Fiddlers" großer Nachfrage erfreuen. Zu Recht, denn die Geigenmusik aus aller Welt ist schnell, melodisch und macht gute Laune.

Ein Konzert der "Four Fiddlers" gleicht einer Rundreise um die halbe Welt, denn sie verarbeiten Stücke aus allen Ländern, die über eine größere Geigen-Tradition verfügen. Ob schwedische Fiddlemusik, ungarische Zigeunerweisen oder Bluegrass aus Amerika, jede Region hat ihren eigenen, typischen Klang. Dabei spielt das Quartett aus Ariane Böker, Stefanie Hölzle, Ecki Schwandtke und Daniel Marsch mehrstimmig auf Geige und Bratsche, nimmt aber dort, wo es angebracht ist, auch noch Klavier oder Akkordeon mit hinzu.

Los ging die Reise durch die Kulturen in Schweden, wo wundervolle Polkas und Walzer herkommen. "Schweden eignet sich wunderbar als Einstieg", sagt Daniel Marsch und hakt sich bei Steffi Hölzle ein, um zu Ariane Bökers Violinbegleitung einen schwedischen Ringelpietz zu tanzen. Pathetisch-sehnsüchtig dagegen das Skåne-Lied, das die Schönheit der südlichsten Provinz von Schweden preist. "Vi älskar det län" singen die Frauen auf schwedisch, dazu spielt Daniel Marsch Akkordeon.

"Die Geige ist das langfristig erfolgreichste Instrument, es gibt sie schon seit dem 17. Jahrhundert", erklärt Marsch. Während die meisten heute benutzten Instrumente viel jünger sind, hat sich die Geige auch in der Pop- und Volksmusik behauptet. So wie die berühmten irischen und schottischen Tanzlieder, bekannt aus dem Film "Titanic" oder aus jedem Irish Pub. Mit langgespielten Einzeltönen simuliert Steffi Hölzle einen Dudelsack-Grundton, während die anderen das Lied spielen, aus dem sich offensichtlich Bob Geldof für seinen "Great Song of Indifference" bedient hat. Mit "The Entertainer" von Scott Joplin und East Tennessee- und Stone-Rag geht die Reise weiter nach Nordamerika. Viele Melodien sind bekannt, ob nun als konkretes Stück oder von der Kultur her. Auch die Kaffeehausmusik aus Budapest klingt so, wie sich der Laie Ungarn soundtechnisch vorstellt. Wiederum begleitet vom Akkordeon wechseln sich langsame und schnelle Passagen ab.

Das Publikum bekam mehr, als es erwartet hatte und spendete stürmischen Applaus und Jubelrufe: "Bravo"!

Quelle: RP
 
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