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Wülfrath
Flüchtlingszahl steigt bis Jahresende auf 277

Wülfrath. Die Bezirksregierung wollte Wülfrath weitere 300 Flüchtlinge bis Ende des Jahres zuweisen. Die Stadt suchte den Kompromiss: Bis Jahresende kommen 150 Personen. Prognosen für 2017 sind "absolut nicht kalkulierbar", sagt Sozialamtsleiter Mike Flohr. Von Uwe Reimann

214 Asylbewerber leben derzeit in Wülfrath. In 19 Einrichtungen, von der angemieteten Wohnung bis zur Sammelunterkunft stehen dabei zur Verfügung, nachdem die Stadt nach den Ereignissen seit vergangenem Jahr mehrere Objekte angemietet hat. Die meisten sind Männer (130), dazu kommen 32 Frauen und 52 Kinder. Ursprünglich wollte die Bezirksregierung Düsseldorf den Wülfrathern noch 300 Asylbewerber bis Ende des Jahres zuweisen. "Das hätte uns heillos überfordert", sagte Sozialamtsleiter Mike Flohr jetzt im Ausschuss für Gesellschaft und Soziales.

Nach Kompromissgesprächen einigte man sich auf 150 Personen, die bis Dezember kommen werden. Rechnet man wegziehende und abgeschobene Personen ein werden Ende Dezember wohl 277 Menschen in der Kalkstadt wohnen.

Doch die Situation ist kaum zu kalkulieren, sagt Flohr. "In den nächsten Monaten kann sich alles ändern oder so entwickeln wie jetzt kalkuliert. Das muss man abwarten." Fakt ist: Die 214 Flüchtlinge kommen aus 29 Nationen, 62 von ihnen kommen aus einem sicheren Herkunftsland und die größte Gruppe mit 33 Personen stammt aus Syrien. Das Durchschnittsalter beträgt gut 25 Jahre.

Die Stadtspitze hat zudem versucht, Einfluss auf die Zuweisungen zu bekommen. Flohr hat den Verantwortlichen in Düsseldorf gesagt, dass möglichst Familien zugewiesen werden sollten. Außerdem habe man den Wunsch, vor allem Menschen mit Bleibeperspektive zu bekommen. Das wolle man berücksichtigen, erzählt Flohr. Sicher sei aber gar nichts.

Der Blick ins nächste Jahr ist völlig unkalkulierbar, sagte Flohr. "Das muss man ehrlich sagen, denn niemand weiß, wie sich die Flüchtlingssituation allgemein entwickelt."

Deshalb hat die Stadt zumindest Szenarien durchgerechnet: Kommen in 2017 zu den dann 277 Flüchtlingen pro Woche durchschnittlich 2,5 Personen hinzu und rechne man die Menschen heraus, die abgeschoben werden, müsse Wülfrath zum 31. Dezember 2017 mit 342 Personen rechnen. Kommen bei gleichem Szenario durchschnittlich vier Flüchtlinge pro Woche, sind es Ende 2017 381 Menschen. Kommen durchschnittlich 7,5 hinzu, müsste Wülfrath sich sogar um 472 Menschen kümmern. Was ist realistisch? "Das ist absolut nicht kalkulierbar", sagt Flohr.

Derweil ist der Zeitplan für die neuen Häuser an der Fortunstraße klar: Am 15. Oktober sind die ersten drei Häuser fertig, am 17. werden sie an die Stadt übergeben. "Wir werden nach und nach die Menschen dort einziehen lassen. Dabei wollen wir die Wohnungen vor allem für Familien nutzen", sagt Flohr.

Bevor die Häuser aber bezogen sind, hat die Stadt einen Tag der offenen Tür angekündigt. Dann können sich die Menschen davon überzeugen, dass dort keinerlei Luxus verbaut wurde, heißt es bei der Stadt.

Quelle: RP
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