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Wülfrath
Freie aktive Schule: Kinder lernen ohne Leistungsdruck

Wülfrath. Die Schüler bewegen sich selbstständig zwischen den Lernbüros und nehmen dort die entsprechenden Angebote wahr. Von Dominique Schroller

Lernen ohne Stundenplan, Klassenlehrer und Frontalunterricht, dafür mit Spaß und der Lust Neues zu entdecken. Mit dieser Idee ist die Freie aktive Schule vor zehn Jahren gestartet. Sie wollte bewusst andere Wege gehen und die Schüler zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung erziehen. Zum großen Geburtstagsfest konnten sich Interessierte und Neugierige auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses davon überzeugen, was aus dem Konzept geworden ist. Grund- und Gesamtschule öffneten ihre Türen und Lehrer erläuterten, warum sie nicht vor einer Klasse stehen, sondern mit den Schülern individuell arbeiten.

"Bei uns entscheiden die Kinder selbst, mit wem sie arbeiten und bei welchem Lehrer. Wenn sie mit einem nicht zurecht kommen, gehen sie eben zu einem anderen", sagt Sarah Erwig. Sie vermittelt seit drei Jahren an der Düsseler Straße Biologie und Philosophie. "Für mich ist das ein idealer Arbeitsplatz. In meiner Schulzeit habe ich selbst sehr viel Druck erfahren und hier kann ich meine Ideen einbringen und Projekte selbst verwirklichen. Deshalb fühle ich mich hier so wohl." Ähnlich geht es Nele. Die Zwölfjährige war anfangs auf einer Regelschule und besucht nun die private Einrichtung. "Hier brauche ich keine Angst zu haben, dass mir jemand Druck macht oder dass ich etwas nicht schaffe. Für alles kann ich mir Zeit nehmen und deshalb gehe ich gern zur Schule." Besonders gerne macht sie Spanisch und Musik.

Die Schüler bewegen sich selbstständig zwischen den Lernbüros und nehmen dort die entsprechenden Angebote wahr. Die Lehrer achten lediglich darauf, dass sie alle Fächer abdecken. "Wenn jemand nur in einem Bereich unterwegs ist, sprechen wir ihn an, wo die Hemmnisse sind und was sich ändern lässt", sagt Geschäftsführer Robert Freitag. Er hat die Freie aktive Schule vor zehn Jahren mitgegründet. Damals haben wir in der Ellenbeek mit zehn Kindern angefangen. Inzwischen sind es 100 in der Grundschule und 200 auf der Gesamtschule. Vielmehr können wir auch gar nicht aufnehmen, denn dann funktioniert das Konzept nicht mehr." Bis zum Abitur können die Kinder in der Schule bleiben, sobald sie sich selbst ein Thema erarbeitet haben, schließen sie es mit einer Klausur ab. "Wir möchten Kompetenzen vermitteln und nicht ein vorgegebenes Programm abspulen", betont Robert Freitag.

Deshalb hat Joachim Ellinger seinen Sohn in Wülfrath angemeldet. "Wir sind extra von Essen hierher gezogen. Er hat hier nicht den Zwang in einer Klasse zu sitzen und den Stoff herunterzupauken. Wenn er nachmittags nach Hause kommt, hat er keine Aufgaben mehr und lernt trotzdem alles, was er braucht."

Quelle: RP
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