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Wülfrath
Gesellige Runde mit Wein und alten Liedern kam gut an

Wülfrath. "Trink, trink, Brüderlein trink", sangen rund 20 Genießer aus voller Kehle mit. Zur geselligen Weinrunde hatte der Trägerverein am Samstag in die gute Stube des Niederbergischen Museums eingeladen. Alles sollte sich an diesem Abend um den edlen Tropfen aus der Rebe drehen. Kabarett-Sänger Roland Gecke sorgte für die themenbezogene Unterhaltung und erzählte allerlei Geschichten aus der Wein- und Trinktradition der Deutschen. Von Thomas Peter

Eine Auswahl von fünf Weinen von lieblich bis trocken stand zum Ausschank bereit, von denen allerdings nur einer tatsächlich aus Deutschland, genauer von der Mosel, kam. Passend zum Weißwein war Zwiebelkuchen mit Speck frisch gebacken worden.

Roland Gecke hatte aber vor allem einen großen Sack alter deutscher Lieder aus seinem über 200 Stücke umfassenden Repertoire mitgebracht. Man ahnt gar nicht, wie viele Volksweisen es gibt, die sich alle um die Verherrlichung des Weines drehen. "Die alten Deutschen tranken ja auch, sie wohnten am Ufer des Rheins | Sie lagen auf der Bärenhaut und tranken immer noch eins", sang Roland Gecke in bester Hans-Albers-Manier, und die Gäste stimmten auf Zuruf mit ein. Der Wein ist in Deutschland untrennbar mit dem Rhein verbunden. Auch der Düsseldorfer Dichter Heinrich Heine hatte den goldenen Rheinwein "besungen". Und auch Hans Moser, dessen breiten Wiener Dialekt Roland Gecke nach Kräften imitierte, fand "Jaja, der Wein is guat".

Gecke erinnerte daran, dass es die Römer waren, die den Wein einst über die Alpen nach Germanien gebracht hatten. Davor hatten die Ureinwohner nur den Honigwein, den Met.

Doch der Wein aus Trauben verbreitete sich und heute kommen immer mehr Sorten hinzu, die nur wegen des Klimawandels auch bei uns gedeihen. Sauvignon Blanc statt Riesling. Ilona und Peter Wiedemeyer kommen regelmäßig zu Veranstaltungen im Museum. "Wir sind immer gerne in Wülfraths heimeliger Stube", sagt Peter Wiedemeyer, und Wein trinke er sowieso gerne.

Auch Roland Gecke ist ein alter Bekannter, ist er doch schon mehrmals mit "Musik am Kamin" dort aufgetreten. Der pensionierte Lehrer spielt seit Jahrzehnten mit seinen "Bergischen Salonlöwen" oder auch solo als musikalischer Kabarettist. Gecke verzichtete am Samstag auf eine Gage. Und zwar "aus Dankbarkeit für viele schöne Stunden", die er schon im Museum verbringen durfte.

Quelle: RP
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