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Wülfrath
Grünes Licht für neues Flüchtlingsheim

Wülfrath: Grünes Licht für neues Flüchtlingsheim
An der Fortunastraße zwischen der Sporthalle Fliethe und dem Friedhof beziehungsweise dem ehemaligem Praktiker-Baumarkt soll ein Flüchtlingsheim gebaut werden. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Fazit des Lärmgutachtens ist: Das Gewerbegebiet Fliethe ist als Standort für ein Flüchtlingsheim geeignet. Ob das tatsächlich gebaut wird, ist weiterhin offen. Ende Mai soll die Politik entscheiden, wie es wirklich weiter geht. Von Valeska von Dolega

Lang hat es gedauert, seit vergangener Woche liegt es nun vor: das von der Stadt in Auftrag gegebene Lärmgutachten. Dieses Dokument besagt, dass der kontrovers diskutierte Standort Fortunastraße innerhalb des Gewerbegebiets Fliethe durchaus als Standort für ein Flüchtlingsheim geeignet ist.

Es könnte also ein neues Flüchtlingsheim an der Fortunastraße entstehen. Im Areal am Friedhof beim Gewerbegebiet Fliehte befanden sich früher schon mal solche Unterkünfte. Aber: Auch wenn das Lärmgutachten jetzt da ist, ist noch immer nichts entschieden. Denn zum einen reicht der Platz am bisherigen Standort Wilhelmstraße aus. Die Baufälligkeit des Ex-Rathauses bezieht sich lediglich auf die Fassade des Gebäudes, an der Nutzbarkeit der Räumlichkeiten hat sich seit der "Umwidmung" 1992 nichts verändert. "Wir wollen für den Fall kurzfristiger Zuweisungen weiterer Flüchtlinge und Asylbewerber gerüstet sein und prüfen deshalb generell Kapazitäten", versuchte Kämmerer Rainer Ritsche schon vor Wochen, Druck aus dem Thema zu nehmen. "Rein vorsorglich" sei man auf der Suche nach neuen Standortmöglichkeiten. Keiner weiß, wann die nächsten Asylsuchenden Wülfrath zugewiesen werden. Für diesen Fall will man vorbereitet sein. Explizit bedeutet das, Baurecht zu schaffen, um im Bedarfsfall schnell aktiv werden zu können.

Das zur Diskussion stehende Areal an Friedhof und Fliehte ist laut Kämmerer eine Option. Und zwar eine Option unter verschiedenen. "Parallel dazu prüfen wir den eigenen Gebäudebestand." Dazu sei man auf die Wohnungsbaugesellschaft GWG zugegangen. Händeringend sei man auf der Suche nach Wohnungen oder Häusern. In einem Rundschreiben wurden beispielsweise als Multiplikatoren alle Religionsgemeinschaften angesprochen, um bei dieser Suche zu unterstützen - und Entlastung zu schaffen. Mit welchem Ergebnis, gab die Stadt bislang nicht bekannt.

Natürlich geht es bei allem auch um die Kosten. Würde an der Fliehte eine Unterkunft in Containerart entstehen, kann das "locker in den sechsstelligen Bereich gehen". Eine "Neubausituation soll nach Möglichkeit umgangen werden". Andererseits soll unbedingt versucht werden, für alle Beteiligten die Situation akzeptabel zu gestalten. Je weniger auf eine Unterkunft konzentriert die Flüchtlinge leben müssen, desto integrativer, sozialverträglicher und einfacher wird die Lage, sagte Ritsche. Weitere Wohneinheiten wie der "Sofa-Bungalow" an der Schulstraße 9, benannt nach der Sozialpädagogischen Familienhilfen-Einrichtung, in der zurzeit neun männliche Asylsuchende leben, wären optimal.

Das Thema "neues Flüchtlingsheim" wurde zwischenzeitlich hochemotional in den sozialen Medien debattiert. Zwei Frauen, die anonym bleiben wollten, besuchten Dezernent Hans-Werner van Hueth und legten Unterschriftenlisten vor, auf denen sich 105 Bürger explizit gegen den Standort an der Fliehte ausgesprochen hatten. Diese Liste haben die Dezernenten zur Kenntnis genommen. Sie wird aber keinerlei Auswirkungen haben.

Ob, und wenn "ja", wann gebaut wird, ist offen. Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung trifft sich Mittwoch, 27. Mai, zur nächsten Sitzung. Dann entscheidet die Politik, wie es weitergeht.

Quelle: RP
 
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