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Wülfrath
Gsödls holen Crusty zu sich nach Hause

Wülfrath: Gsödls holen Crusty zu sich nach Hause
"Na, sind die nicht nett!?! Die Malteser-Mischling "Crusty" hat bei Angelika und Dieter Gsödl endlich ein neues Zuhause gefunden. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Die RP veröffentlichte den Notruf des Tierheims und fand für die Malteser-Mischung das tierliebe Ehepaar. Von Sabine Maguire

Ins Auto gesetzt, losgefahren und möglichst weit weg von Zuhause die Kofferraumklappe aufgemacht. Hund raus gelassen, Klappe wieder zu und einfach weggefahren. Wenn Angelika und Dieter Gsödl heute dieses traurige Kapitel aus dem Leben ihres Crusty erzählen, dann gelingt das nur deshalb ohne Tränen, weil beide wissen, dass sich das Schicksal für den kleinen Kerl längst wieder zum Guten gewendet hat.

Einige Monate ist all das mittlerweile her, und hinter Crusty liegt eine Odyssee, bei der er zwischenzeitlich auch im Velberter Tierheim gestrandet war. Denn damals, als herzlose Menschen den Maltesermischling einfach ausgesetzt haben, gab es offenbar jemanden, der die Szene beobachtet hatte. Gott sein dank, so möchte man meinen. Wäre es anders gelaufen, hätte alles wirklich schlimm enden können. "Das alles ist damals in Wülfrath passiert" erinnert sich Tierheimleiterin Nadja ten Haaf an den Augenblick, als Crusty von ebenjenen wohlwollenden Beobachtern im Velberter Tierheim abgegeben wurde. Ungepflegt, verfilztes Fell und entzündete Augen - anfangs bot der lustige kleine Kerl ein Bild des Jammers. Mit viel Liebe haben sich Pfleger und Gassigänger um ihn gekümmert und längst ist auch der Lebensmut zurückgekehrt.

Denn mittlerweile wohnt Crusty bei den Gsödls und ist dort der "Chef" im Haus. "Wir sind so froh, dass wir ihn haben", freut sich Angelika Gsödl über den Familienzuwachs. Die Familie hat eine schwere Zeit hinter sich, nachdem Tibetterrier Balou nach zwölf Jahren plötzlich krank wurde und kaum Zeit blieb, um sich von dem treuen Wegbegleiter zu verabschieden. Noch heute fließen bei der Erinnerung an die letzten Stunden bittere Tränen. Was folgte, waren Wochen der Trauer, in denen sich die Gsödls nicht erlaubt haben, den Gedanken an einen neuen Hund aufkommen zu lassen.

Dann strahlte sie plötzlich im "Notruf aus dem Tierheim" in der Rheinischen Post ihr Crusty an. Sie haben sich auf den Weg gemacht und ziemlich schnell war klar: Den und keinen anderen! Ein wenig Geduld musste Familie Gsödl noch haben, denn für Crusty gab es bereits einen Interessenten. Und dann ging plötzlich alles doch ganz schnell: Crusty hatte seine neuen Wegbegleiter schon mal für sich reservieren lassen und musste noch ein paar gemeinsame Gassi-Runden ums Tierheim drehen, bevor sich endlich die Kofferklappe zum Auto seiner neuen Besitzer öffnete.

Noch heute hat der tapfere Kerl ziemlich große Angst, wenn es draußen regnet. Ob im Auto oder zuhause - das Plätschern der Regentropfen lässt Panik aufsteigen. "Vielleicht hat er schlechte Erinnerungen oder es hat geregnet, als er ausgesetzt wurde", mutmaßt Angelika Gsödl, was ihren Crusty wohl umtreiben mag.

Die Familie tut jedenfalls alles dafür, um ihn seinen Kummer vergessen zu lassen. Dass Crusty mit seinen geschätzten acht Jahren schon eher zum älteren Semester gehört, hat die Gsödls nicht gestört. "Er darf hier ruhig alt werden", sagt Dieter Gsödl und man spürt, dass sich seine neuen Besitzer nichts sehnlicher wünschen, als dass es auch so kommen möge.

Quelle: RP
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