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Wülfrath
Hebamme malt Menschen mit Pfiff

Wülfrath: Hebamme malt Menschen mit Pfiff
Petra Flachsenberg stellt im Niederbergischen Museum ihre ganz besonderen Bilder aus. FOTO: dietrich janicki
Wülfrath. Petra Flachsenberg stellt im Niederbergischen Museum bis Jahresende aus. Von Thomas Peter

Medizin und Kunst sind ihre größten Interessen, sagt Petra Flachsenberg. Beides hat die Wülfratherin auf ihre eigene Weise umgesetzt. Nachdem ihr das Kunst- und Germanistikstudium nicht handfest genug war, machte sie eine Ausbildung zur Hebamme, einem Beruf, der sie auch heute noch erfüllt. Die Kunst dagegen hat sie auf eine private Schiene gesetzt. "Mit großer Freude" zeichnet und malt die 57-Jährige, was ihre Aufmerksamkeit erregt.

Jetzt ist eine Auswahl ihrer Werke im Niederbergischen Museum zu bewundern, und zwar noch bis Ende des Jahres. Die Bilder, zumeist Öl auf Leinwand, sind erfrischend gegenständlich. Sie zeigen Blumen, Tiere und Menschen, auch eine Landschaft ist dabei. "Hinter meinen Portraits steht immer eine Geschichte" erklärt Flachsenberg. Das Bild mit dem Titel "Poko lacht" etwa ist dadurch entstanden, dass zwei Freundinnen bei einem Sizilien-Urlaub Kaffeesatzleserei ausprobiert haben und Poko sich über das Ergebnis in ihrer Tasse köstlich amüsiert hatte. Oft sind es besondere Situationen, mit der Kamera festgehalten, die später zum Ölgemälde werden. Allen Bildern gemeinsam ist der Stil, der von großem handwerklichem Geschick zeugt. "Das ist mir wichtig, dass ein Maler auch zeichnen kann", sagt sie. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dies am Bild mit dem Titel "Sauna". Das Motiv, drei Frauen, die nackt im Wasser liegen, ist zweitrangig, wichtig sei die technische Umsetzung des Wassers und der Lichtbrechung, die guter Beobachtung bedarf. Flachsenberg dankt dem Team des Niederbergischen Museums und des Fördervereins, der "fantastische Arbeit" leiste. "Es gibt mir ein schönes Gefühl, in meiner Heimatstadt und in so tollen Räumlichkeiten ausstellen zu dürfen", sagt sie. Das zur Vernissage hauptsächlich Bekannte gekommen waren, störte sie nicht. "Ist doch klar, dass die Leute an so einem Sommertag nicht ins Museum gehen." Flachsenberg selbst fährt im Sommer gerne zu Sommerakademien. Diese Kunstseminare an schönen Orten seien ihre Art von Urlaub.

Quelle: RP
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