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Welthospiztag
Hospiz-Helfer in Wülfrath und Erkrath wollen Menschen Kraft geben

Welthospiztag: Hospiz-Helfer in Wülfrath und Erkrath wollen Menschen Kraft geben
Das Erkrather Hospiz hat einen ansprechend gestalteten Raum der Stille, in den Angehörige sich zurückziehen können. FOTO: nma
Wülfrath/Erkrath. Am Welthospiztag stellt sich die Wülfrather Gruppe erstmals der Öffentlichkeit vor. Das Erkrather Haus wird derzeit erweitert. Von Daniele Funke und Cordula Hupfer

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden Menschen in ihrer allerletzten Lebensphase mit Medikamenten vollgestopft und ansonsten allein gelassen. "Unsere Arbeit soll dabei helfen, dem Menschen wieder Kraft zu geben, damit er in Würde sterben kann", erklärt Beate Krüger, Koordinatorin der Hospizgruppe Wülfrath. 1994 wurde durch das Engagement der Kirchengemeinden in Wülfrath erstmalig aktive Sterbebegleitung praktiziert, 2010 wurde aus der Gruppe ein eingetragener Verein.

Mittlerweile sind es 26 ehrenamtliche Sterbebegleiter, die dem Betroffenen oder auch seinen Angehörigen helfen. "Wir begleiten manchmal nur ein bis zwei Tage, das können aber auch Jahre werden. Dabei geht es nicht nur um den Sterbenden, sondern auch darum, den Familienmitgliedern oder Freunden zur Seite zu stehen und sie auch zu entlasten", beschreibt Krüger ihre Erfahrungen.

Da es der Gruppe finanziell gut geht, kann sie viel in die Aus- und Fortbildung ihrer Sterbe- und Trauerbegleiter investieren. "Es ist ganz wichtig, dass die Begleiter selbst psychisch stabil und zur Selbstreflektion bereit sind. Das erfordert viel Achtsamkeit und Professionalität." Warum entscheidet sich ein Mensch überhaupt zu einem Ehrenamt am Sterbebett?

Vereinsvorsitzender Rolf Breitbart: "In diesen Augenblicken findet man als Begleiter auch ganz viel Ruhe. Es sind sehr innige, intime Momente und es macht glücklich, einen anderen in solch schweren Stunden begleitet zu haben. Es ist erfüllend, zu hören, dass man einem anderen Menschen gut tut." Ein Trauercafé dient den Hinterbliebenen nach dem Tod als Anlaufstelle für intensiven Austausch mit Gleichgesinnten oder mit geschulten Trauerbegleitern.

Die Wülfrather Hospizgruppe ist ausschließlich ambulant tätig, stationäre Plätze gibt es im Kreis Mettmann bislang nur in Erkrath und ab 2020 in Velbert durch den Neubau eines Sterbehospizes. Aber sowohl die ambulanten, als auch die stationären Einrichtungen arbeiten städteübergreifend.

Über all das und mehr können sich Interessierte am heutigen Samstag informieren. Im Niederbergischen Museum, Bergstraße 22 in Wülfrath, werden von 12.30 bis 18 Uhr Infoveranstaltungen und Lesungen stattfinden, Musik soll für die nötige Leichtigkeit sorgen. Beate Krüger blickt dem Tag mit Optimismus entgegen. "Wir freuen uns auf viele Gespräche, neue Gesichter und sind ansonsten einfach nur gespannt, was uns erwartet."

Gefragt sind auch die Dienste des Hospizes in Erkrath - so sehr, dass das Haus mit der Adresse Trills 27 derzeit erweitert wird. Mit dem am 22. September erfolgten Spatenstich für den Anbau am Franziskus-Hospiz ist der Grundstein gelegt - zumindest symbolisch. Doch was die Finanzierung dieses Erkrather Vorzeige-Projektes angeht, will die Einrichtung noch kräftig die Ärmel aufkrempeln und 100.000 Euro an Spenden für den Anbau sammeln.

Ulrich Rüther, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Düsseldorf, hatte dazu am Rande des Spatenstichs eine Überraschung parat: Die Stiftung der Kreissparkasse Düsseldorf überreichte der Spendeninitiative einen Grundstock in Höhe von 15.000 Euro. "Hoffentlich folgen schnell noch viele weitere Spender, damit die Hospiz-Mitarbeiter sich nicht um Spendengelder, sondern um ihre vorbildliche Arbeit für Menschen, die unser aller Unterstützung bedürfen, kümmern können", so Rüthers Wunsch.

Viele Gäste des offiziellen Spatenstichs ließen sich nicht lange bitten und sorgten mit kleineren und größeren Beträgen für ein gut gefülltes Sparschwein. Tenor der Spender: Das Franziskus-Hospiz hat es für seine segensreiche Arbeit verdient.

Quelle: RP
 
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