| 00.00 Uhr

Wülfrath
Indianerstämme und Beatles in der Abendmusik

Wülfrath: Indianerstämme und Beatles in der Abendmusik
Flötistin Sonja Ortmann spielte zwei Kompositionen von Gabriel Fauré. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Mit einem Konzert besonderer Art überraschte die Kantorei Wülfrath unter der Leitung von Thomas Gerhold in der evangelischen Stadtkirche. Unter dem Titel Abendmusik hatte der experimentierfreudige Kantor Weisen zusammengestellt, die einen Bogen schlugen von einem nordamerikanischen Indianerstamm über dänische Kompositionen bis hin zu Liedern von Paul McCartney und Reinhard Mey. Von Anna Eisenbarth

Und in dieses Kaleidoskop verpackt trug er Gedichte von Rainer Maria Rilke und Hermann Hesse vor, untermalt von Orgel oder Synthesizer. Der Chor sang die zum Teil ungewöhnlichen, meditativen Melodien in feinem piano und geriet auch bei kniffeligen Halbtönen nicht aus dem Konzept. Es war schon bemerkenswert, mit welcher Einsatzfreude sie ihrem Chorleiter folgten.

Leider litten die Gedichtvorträge von Thomas Gerhold unter der schlechten technischen Ausrüstung, über die die Kirche bedauerlicherweise nur verfügt. So klärten sich eigentlich erst beim Nachlesen die Zusammenhänge der unterschiedlichen Kunstformen.

Besondere Höhepunkte dieses ungewöhnlichen Abends waren die beiden Vorträge von Sonja Ortmann. Mit zwei Kompositionen von Gabriel Fauré beeindruckte die Flötistin das Publikum, unterstützend und gefühlvoll begleitet von dem künstlerischen Tausendsassa Gerhold. Mit zwei Kompositionen aus der Abteilung "moderne Kirchenmusik" konnte der Chor wiederum seine Qualitäten beweisen. Vor allem die rhythmisch dominierenden Lieder machten den Sängerinnen und Sängern offensichtlich Freude.

"Yesterday - all my trouble is so far away" - ja, bei diesem Song von Paul McCartney trumpfte der Chor noch einmal richtig auf und nahm die Zuhörer gefangen.

Und noch einen besonderen Akzent hatte Thomas Gerhold ins Programm gesetzt: Das von Chor und Publikum gemeinsam gesungene Lied "Kein schöner Land in dieser Zeit" bildete einen schönen Abschluss über diesen nachdenklich, meditativen Abend.

Die Hoffnung des Kantors, dass eine solche, neuartige Konzertreihe in Wülfrath angenommen werde, könnte aufgehen, denn die Zuhörer in der gut besetzten Kirche bedankten sich mit herzlichem Applaus.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wülfrath: Indianerstämme und Beatles in der Abendmusik


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.