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Wülfrath
Kinder lernen mit Hunden umzugehen

Wülfrath: Kinder lernen mit Hunden umzugehen
Heike Morche mit Golden Retriever Luke (vorne) und Sylke Mutze mit Berner Sennenhund Darek üben mit (v.l.) Angelina, Maren und Robin Theorie und Praxis. FOTO: D. Janicki
Wülfrath. In der Sekundarschule Am Berg in Wülfrath gibt es einmal in der Woche einen ganz besonderen Tag. Immer freitags zur sechsten Stunde treffen sich zehn Mädchen und Jungen mit Darek und Luke. Auf dem Stundenplan steht die "Hunde-AG". Von Thomas Peter

Die beiden Vierbeiner sind als Therapie- beziehungsweise Assistenzhunde gut erzogen und an den Umgang mit Kindern durchaus gewöhnt. Eine ideale Basis, um viel über Hunde zu lernen und gewonnene Erkenntnisse auch in die Menschenwelt zu übertragen.

"Am Anfang ist die Begrüßungsrunde sehr wichtig", erklärt Sylke-Claudia Mutze, die die Hunde-AG leitet. Als Inhaberin einer eigenen Hundeschule muss sie es wissen. Die Kinder sitzen im Kreis und halten ein Leckerli verdeckt in der Hand. Einer nach dem anderen rufen sie Darek zu sich heran und lassen in mit der Nase an ihre Faust stubsen. Dann gibt es das Leckerli. Wenn Darek einmal herum ist, geht das Spiel mit Luke wieder von vorne los. Wichtig: bei ausgestreckter Faust immer den Daumen miteinschließen, sonst könnte der Hund hineinbeißen. Nach dieser doppelten Begrüßungsrunde sind alle warm miteinander.

"Es geht hier nicht nur um Spiel, Spaß und Spannung" sagt Sylke Mutze. "Wir lernen etwas über das Verhalten und die Körpersprache des Hundes, über seine Anatomie und was er fressen darf". Heute: Anatomie. Luke legt sich in die Mitte und Sylke Mutze legt ihre Hand auf sein Hinterbein. "Worauf lauft ihr, und worauf läuft der Hund?" fragt sie in die Runde. Die Kinder wissen schon, dass der Hund im Gegensatz zu Mensch und Bär nur auf den Zehenspitzen läuft. Deshalb haben Hunde auch nur vier Zehen, die fünfte hat sich zurückgebildet und ist nur noch bei wenigen Hunden als "Wolfskralle" weiter oben zu sehen. Der sichtbare Teil des Hinterbeins besteht zum großen Teil aus Fuß; Knie und Oberschenkel verschwinden fast im Bauch. Bevor es raus zum Training geht, steht noch etwas Verhaltenstheorie auf dem Programm. "Was macht ihr, wenn ihr etwas zu essen in der Hand habt, und ein großer Hund wie Darek in vollem Galopp auf euch zu rennt?", fragt Sylke Mutze.

"Schokolade verträgt er nicht, man sollte ihm Wurst holen" weiß Robin. "Erst den Besitzer fragen, ob er Äpfel essen darf" findet Maren. Das ist zwar beides richtig, aber Sylke Mutze wollte auf die Sicherheit der Kinder hinaus. Und deshalb sollte man schnell wegwerfen, was man in der Hand hat, damit der Hund einen nicht anspringt und umwirft.

"Und in der Zwischenzeit den 'Baum' machen" weiß Jakub. Richtig, man verschränkt die Arme mit verdeckten Daumen vor der Brust. Bloß nicht weglaufen! Nun wird das ganze draußen auf dem Hof geübt. "Die Kinder sollen erleben, wie es ist, einen großen Hund auf sich zustürmen zu sehen" erklärt Heike Morche, Frauchen von Luke. So macht jeder unterschiedliche Erfahrungen, auch Lea, Tabea und Angelina. Die AGs sind für Schüler verpflichtend.

Quelle: RP
 
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