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Wülfrath
Kirche muss ölhaltigen Boden ersetzen

Wülfrath: Kirche muss ölhaltigen Boden ersetzen
Das Areal der alten Kirche Rohdenhaus wird für den Bau von Einfamilienhäusern vorbereitet. FOTO: D. Janicki
Wülfrath. Rohdenhaus: Untersuchungen bestätigen hohe Kohlenstoffwerte und gefundene Schwermetalle. Weiter Ermittlungen. Von Uwe Reimann

Die Untersuchungen sind eindeutig: Der in den Baugruben des alten Kirchenareals in Rohdenhaus verfüllte Boden ist mit Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen leicht belastet. Dazu kommt ein erhöhter so genannter TOC-Wert, der den organischen Kohlenwasserstoffanteil angibt. Der liegt über den Normwerten. Aus dem Grund hat der Kreis Mettmann den Bauherren angewiesen, den Boden auf Grundstücksteilen der alten Kirche der evangelisch-reformierten Kirche auszugraben und durch unbelastetes Material zu ersetzen. "Wir prüfen das in dieser Woche und werden gegebenenfalls eine Frist setzen, wann das Erdreich ausgetauscht sein muss", sagte Simone Loleit von der Unteren Bodenschutzbehörde des Kreises.

Auf dem Abrissgrundstück am Höhenweg war am 18. Juni eine Ladung von auffälligem Boden aufgetaucht, berichtete unsere Zeitung exklusiv. Die Polizei hatte sofort alle Arbeiten angehalten. "Zur Gefahrenabwehr", wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Wuppertal damals erläuterte. Die Ermittler seien aufgrund von konkreten Hinweisen eingeschritten. Um welche Substanzen es im Einzelnen ging, war nicht geklärt. Es war von einem "öligen Geruch" im Aushub die Rede.

Das bestätigte jetzt Loleit. Das Material war "geruchlich auffällig und roch nach Öl", sagte sie gestern. Deshalb die Untersuchungen, die den Verdacht bestätigten. Die Schwermetall- und die Kohlenstoffbelastungen seien zwar höher als normal, aber noch nicht über den Grenzwerten gewesen. Der TOC-Wert jedoch habe zu den Maßnahmen geführt, da solcher Boden "ohne technische Sicherungsmaßnahmen nicht eingebaut werden darf". Den neuen Grundstückseigentümern wäre ein ölhaltiger und -riechender Boden beim späteren Umgraben des Gartens mitunter aufgefallen. Die Gemeinde hat sich bereit erklärt, den Boden komplett auszutauschen. Baukirchmeister Michael Lobe war gestern auf Anfrage der RP nicht zu erreichen.

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal und die Polizei ermitteln weiter. Der Vorgang steht im Zusammenhang mit offenbar ähnlichen Schutt-Funden in Wuppertal-Vohwinkel. Das Material stammt den bisherigen Ermittlungen zufolge offenbar vom Grundstück eines früheren metallverarbeitenden Betriebs mit Härterei in Solingen. Es geht um mehrere Tonnen Aushub. Über die Baustelle dort ist inzwischen ein Baustopp verhängt worden.

Die evangelisch-reformierte Gemeinde hatte das Gotteshaus, das seit dreieinhalb Jahren leer stand, und in dem seit Frühjahr 2011 keine Gottesdienste mehr gefeiert wurden, im Frühjahr abreißen lassen. Nun sind auf dem Areal etliche Grundstücke für Wohnhäuser verkauft. Bis Ende 2015 sollen dort im Idealfall drei Doppelhäuser und drei Einfamilienhäuser entstehen.

Quelle: RP
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