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Wülfrath
Kreisverkehr - Provisorium seit 16 Jahren

Wülfrath: Kreisverkehr - Provisorium seit 16 Jahren
In der Mitte genau 27 vergammelte Betonkübel mit pflanzlichen Resten darin. Seit 16 Jahren hält das Provisorium schon. FOTO: Chris Reichwein
Wülfrath. Bürgermeisterin Claudia Panke und SPD-Landtagsabgeordnete Volker Münchow verlangen vom Landesbetrieb Straßen NRW, dass der Kreisverkehr spätestens 2017 umgebaut wird. Das "Trauerspiel" gefährde Fußgänger und Schulkinder. Von Uwe Reimann

Claudia Panke spricht von "Trauerspiel", Volker Münchow von einer "Katastrophe". Was die Bürgermeisterin und den SPD-Landtagsangeordneten so erzürnt, ist der Blick auf den ursprünglich nur als Provisorium eingerichteten Kreisverkehr an der Ecke Mettmanner/Flandersbacher Straße. 2000 wurde er angelegt, seitdem donnern täglich tausende Fahrzeuge um ihn herum in alle vier Richtungen.

Der Zustand ist nach 16 Jahren erbärmlich, deshalb fordern Panke und Münchow jetzt Konkretes. "Ich verlange keine Planungen mehr sondern einen Ausbau spätestens im nächsten Jahr", sagt Panke. So jedenfalls könne es nicht mehr weitergehen, seufzt Münchow.

Zur Jahrtausendwende gebaut sollte der Kreisel an der Hauptverkehrsachse Wülfraths eigentlich nur fünf Jahre halten, dann sollte alles richtig umgebaut werden, weiß Panke. Darauf wartet die Stadt aber bis heute. Hatten die Schüler der Parkschule zu Beginn noch Blumenbottiche für die Mittelinsel bemalt und eingepflanzt und hatte der Bürgerverein Wülfrath die Pflege der Blumen bis vor zwei Jahren ehrenamtlich übernommen, ist damit Schluss.

Die engagierten Wülfrather wollten mit der Einstellung des Engagements ein Zeichen setzen. Das sah man bei Straßen NRW aber nicht. Es blieb alles beim Alten, täglich donnerten weiter tausende Autos, Busse und Lkw über den Asphalt. Die Folgen sind mehr als sichtbar: Die Fahrbahn ist demoliert und wellig, Fahrbahnmarkierungen gibt es kaum, zudem liegen noch immer gelbe und deshalb provisorische Fetzen (seit 2000?) herum.

Jahrelang habe man die Stadt vertröstet. Passiert ist nie etwas, sagt Panke. Das sei eine "unglaubliche Ignoranz gegenüber Städten". StraßenNRW bekommt auch von Münchow die Schuld zugeschoben: "Die Chefs sitzen in warmen, geheizten Sesseln und kriegen gar nichts mit."

Damit soll Schluss sein. Der Umbau müsse jetzt kommen, denn die Verkehrssicherungspflicht sei dort absolut nicht gegeben. StraßenNRW sagte gestern der RP, man kenne den Kreisverkehr, es habe aber bisher noch keine Finanzierungssicherheit gegeben. Außerdem gebe es auch keine Entwurfsplanung. Auch wenn Panke drängt, sieht man die Zeitplanung beim Landesbetrieb eher in der Zukunft. "Ich denke, wir werden in vier Jahren den Kreisverkehr bauen können", sagt die Projektleiterin Planung bei StraßenNRW, Gerlinde Quack.

Quelle: RP
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