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Wülfrath
Langel: Keine schnelle Veränderung beim Zölibat

Wülfrath. Die Diskussion um die Vorschläge der katholischen Laien verfolgt man auch in Düssel. Von Sabine Maguire

Gibt es in Wülfrath bald verheiratete Priester und Frauen als Diakone? Nachdem sich jetzt das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt hat, um mit ebendiesen Vorschlägen dem Personalmangel in den Gemeinden entgegenzutreten, ist Pfarrer Heinz-Otto Langel in Düssel ein gefragter Gesprächspartner. Der steht zwar sprichwörtlich bereits mit einem Bein in Köln, wo es nach seiner Pensionierung in St. Maximin in ein paar Wochen als Pfarrvikar für ihn weitergehen wird. Bekanntermaßen aber ist der Pastor mit dem Kölschen Humor jemand, mit dem man unbefangen über alle Themen der katholischen Kirche sprechen kann. Dazu gehört der Zölibat durchaus: Der gilt seit mittlerweile 1000 Jahren als unumstößlich - und bislang tat man sich schwer, jenseitszaghafter Vorstöße grundsätzlich daran zu rütteln.

Dass es das ZdK nun erneut tut, erscheint nicht so abwegig, Schließlich - das weiß auch Heinz-Otto Langel - sei der Zölibat vor allem aus pragmatischen Gründen eingeführt worden. Man habe verhindern wollen, dass nach dem Tode eines Geistlichen das Kirchenvermögen oder gar das Amt an Familienangehörige übergehe. Hinzu sei gekommen, dass sich ein Pastor, frei von familiären Verpflichtungen, konzentriert um die Seelsorge habe kümmern sollen. Letzteres inzwischen allerdings aus anderen Gründen schwierig geworden zu sein. Immer weniger Pfarrer seien für die in der Vergangenheit zusammengelegten XXL-Gemeinden zuständig. Hinzu komme ein enormer Verwaltungsaufwand. "Man wird quasi aufgefressen", weiß Langel aus eigener Erfahrung.

Und was sagt der Pastor zum Vorstoß, Frauen als Diakone zu ordinieren? "Das ist für mich keine Frage des Geschlechts, sondern der Person. Wer herrschen will und darüber vergisst zu dienen, ist aus meiner Sicht nicht geeignet", findet der Pfarrer dazu deutliche Worte.

Weniger optimistisch stimmt hingegen sein Credo, dass die Katholische Kirche als eher unflexible Weltkirche üblicherweise in Jahrhunderten denke. Mit schnellen Antworten auf drängende Fragen sei jedenfalls nicht zu rechnen, so der Pastor. Schelle Veränderungen sehe er in naher Zukunft nicht.

Mit dem Kölner Erzbischof Kardinal Weolki gibt es aus Langels Sicht offenbar Gesprächsbedarf. Dass sein ehemaliger Studienfreund die Debatte um Zölibat und Frauenordination als "unfair" bezeichnet und katholische Standpunkte mit Blick auf den zugrunde liegenden Schöpfungswillen für etwas hält, über das nicht verfügt werden könne, kann Heinz-Otto Langel nicht nachvollziehen.

Aus seiner Sicht könnte man über Interpretationen durchaus diskutieren. "Mal schauen, wie es läuft, wenn ich den Rainer mal in Köln treffe", sagt er schmunzelnd und blickt er in eine Zukunft, von der man gerne mehr von Heinz-Otto Langel erfahren würde.

Quelle: RP
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