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Regionalplan
Lhoist: Standort nicht mehr wirtschaftlich

Regionalplan : Lhoist: Standort nicht mehr wirtschaftlich
Der Kalk wird zu verschiedenen hochwertigen Produkten verarbeitet wie ca. 1, 75 Mio. t Branntkalk, ca. 3,4 Mi-o. t Gesteinsmehle und ca. 0,6 Mio. t ungebrannte Produkte. FOTO: Michael Nacke
Wülfrath. Der Regionalplan regelt die Aufteilung der Städte und Gemeinden in Bauland, Ackerland und Wohngebiete. Zurzeit wird er neu erstellt und wird einige Jahrzehnte Gültigkeit haben. In Wülfrath wird sich kommende Woche Dienstag der Rat damit beschäftigen, denn der größte Arbeitgeber der Stadt, Lhoist, ist mit den Plänen überhaupt nicht einverstanden. Von Oliver Wiegand


Gestern ist der Stadt Wülfrath eine zehnseitige Stellungnahme der Belgier zugegangen. Der weltgrößte Hersteller von Kalk- und Dolomiterzeugnissen stellt darin die dauerhafte Zukunft des Abbaus im kleinen Wülfrath in Frage. Denn im Regionalplan ist unter anderem vorgesehen, dass die Halle Dachskuhle nicht mehr genutzt werden darf.

"Diese Ausweisungen kollidieren erheblich mit den Rohstoffinteressen der Rheinkalk GmbH für den Standort Flandersbach und geben für den Standort Kalkwerk Flandersbach keine ausreichende Rohstoffsicherheit", heißt es in der Stellungnahme von Rheinkalk. Vor allem bei sehr tiefen Tagebauen seien "regelmäßige Anpassungen aus Standsicherheitsgründen notwendig". Konsequenz: In den vergangenen Jahren habe sich der Vorrat an Kalkstein deutlich verringert. Das führe – so Lhoist – zu einer erheblichen Laufzeitverringerung für den Standort Flandersbach. Die Restlebensdauer des Standortes verkürze sich dadurch deutlich und liege mit jetzt rund 23 Jahren unterhalb der landesplanerisch vorgesehenen Reichweite von mindestebs 35 Jahren, so Lhoist in der Stellungnahme.

Derzeit werden jährlich im Kalkwerk Flandersbach bis zu 10,65 Mio. t Gesamtmassen bewegt, um daraus ca. 7.5Mio t brennfähigen Kalkstein zu gewinnen. FOTO: Michael Nacke


Das Unternehmen fordert daher, die Umwidmung des als Reservegebiet ausgewiesenen Bereiches Pfeiler Prangenhaus in einen Bereich zur Kalksteingewinnung. Darüber hinaus soll die Kreisstraße K 34 verlegt werden. Darüber hinaus möchte Lhoist den Erhalt und Anpassung der Halde Dachskuhle. Im ehemaligen Steinbruch Prangenhaus sollten Anschüttungen erlaubt werden. 


Weniger sei "wirtschaftlich für diesen bedeutenden Kalkstandort nicht akzeptabel und mittelfristig existenzbedrohend", so Lhoist. Notwendige Investitionen seien nicht mehr refinanzierbar werden und müssten so unterbleiben.


Die Stadt unterstützt grundsätzlich die Belange des Unternehmens Lhoist. Die Bezirksregierung soll nun um einen Erörterungstermin gebeten werden. Im Rat am Dienstag soll ein entsprechender Beschluss gefasst werden. Vorher haben die Politiker das Wort. 

 

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