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Wülfrath
Massiver Unterrichtsausfall sorgt für Streit

Wülfrath: Massiver Unterrichtsausfall sorgt für Streit
Nach dem Motto "hart und fair" debattierten Frank Homberg, Barbara Ficinus, Ina Spanier-Oppermann, Joachim Busch und Terry Jentsch. FOTO: ABZ
Wülfrath. Die unbefriedigende Unterrichtssituation am Gymnasium war Anlass für eine Podiumsdiskussion. Von Valeska von Dolega

"Schuldenbremse? Darauf kann ich hupen. Sie sind dran. Sie müssen etwas leisten!", formulierte es ein empörter Lehrer in Richtung der Landtagsabgeordneten Ina Spanier-Oppermann. Auf Einladung der Schulpflegschaft des Gymnasiums hatte sich die Politikerin zur Podiumsdiskussion eingefunden.

Weitere Diskutanten waren Elternvertreter Frank Homberg, Schulsprecherin Terry Jentsch sowie Rektor Joachim Busch. Im Brennpunkt stand die anhaltend unbefriedigende Unterrichtssituation. "Das sind unhaltbare Zustände und Defizite, die nicht aufzuholen sind", fasste der Elternvertreter die massiven Unterrichtsausfälle, die er beispielhaft aufgezählt hatte, zusammen. "Vor allem, wenn es Richtung Abi geht, ist das eine Zumutung", beklagte Jentsch den wochenlangen Ausfall des Englischunterrichts. Ebenso würde der Physik-Leistungskurs nur zweistündig als Leistungskurs unterrichtet, "der Rest findet im Grundkurs statt". Und weil es offensichtlich auch in Französisch nicht genügend Kapazitäten gibt, findet der Kurs zweistündig anstelle planmäßig dreistündig statt. "36 Jahre bin ich Lehrerin an dieser Schule und blicke auf ein wechselvolles Leben zurück", bilanzierte Barbara Ficinus. "Früher war alles besser." Damals gab es keine so massive Belastung wie jetzt. Erkranken Kollegen, können diese Ausfälle kaum kompensiert werden - es gibt nicht genügend Lehrer.

"Wir müssen spürbar nachsteuern", sagte Ina Spanier-Oppermann und hielt sich an Zahlenkolonnen fest. Von 69,5 Milliarden Euro sind 17,5 Milliarden für den Schulhaushalt bestimmt. "87 Prozent von diesem Geld sind Personalkosten." Bereits drei Nachtragshaushalte hat es gegeben, um die auch der Politik nicht unbekannten Lücken besser schließen zu können, sprich: weitere Stellen zu schaffen, wird zurzeit "genau an diesen Dingen gearbeitet". Noch sei nichts spruchreif, sagte die Politikerin. "Unsere Kinder haben ein Recht auf Unterricht", sagte eine Mutter. "Investieren wir genug in Schule und Bildung?", wollte ein Vater wissen. Offensichtlich nicht. Der massive Unterrichtsausfall am Gymnasium ist kein Einzelfall,wie Gregor Neumann wusste. Der Mann ist nicht nur Vertreter der Stadtschulpflegschaft Mettmann, er vertritt 13 von 16 Gymnasien im Kreis Mettmann - überall das gleiche Bild: "Es fehlen Lehrer und deshalb fällt zu viel Unterricht aus."

Quelle: RP
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