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Wülfrath
Michelles Zwergitaliener holen die seltene Bundesjugendmedaille

Wülfrath. Der Kreisverband der Rassegeflügelzüchter Mettmann lud zur Geflügelschau ins Paul-Ludowigs-Haus. 50 Züchter stellten sich mit 650 Tieren vor. Von Oliver Bruhns

Zwei Tage lang stand das Paul-Ludowigs-Haus im Zeichen der Geflügelzüchter.

Steht der Kamm des Hahns aufrecht und ist er ordentlich gezackt? Wie steht es mit der Zehenstellung, wie mit Form und Farbe der Kehllappen? Dies sind nur einige der strengen Kriterien, an denen sich auch die goldfarbenen Zwergitaliener von Michelle Schmidt messen lassen müssen. Die 14-Jährige züchtet Hühner, seit sie in der Grundschule die Pflege von ein paar Küken übernommen hatte - und räumt seither eine Medaille nach der anderen ab. Ihre 15 Zwergitaliener leben im Garten der Großeltern. Ihr Großvater hatte Tauben, "aber die waren nicht so zutraulich wie meine Zwergitaliener", berichtet Michelle. Und auch, dass der Großvater zwar den Stall ausmiste, sie selbst aber jeden Tag nach der Schule da sei und sich kümmere. In die Jahre gekommene Hühner landen übrigens nicht im Suppentopf, sie erhalten ihr Gnadenbrot.

So viel Fürsorge zahlt sich aus. In diesem Jahr erhält Michelle Schmidt die Bundesjugendmedaille. "Für Mettmann wurde sie seit Jahren nicht mehr verliehen", berichtet Holger Krüger, der die Jugendarbeit des Kreisverbandes organisiert. Auch für ihn ist diese besondere Ehrung wichtig, denn der Züchternachwuchs rennt dem Verband nicht eben die Türen ein. Mit einer Ausnahme: Ab dem kommenden Jahr bereichert Soraya Riebling den Kreis der derzeit zehn Aktiven unter 18 Jahren. Die 14-Jährige wurde von ihrer Freundin Michelle mit dem "Hühner-Fieber" infiziert und hat inzwischen eine eigene Voliere gebaut, die bereits von vier Hennen und einem Hahn bevölkert wird.

Zu den "alten Hasen" unter den Jungzüchtern darf sich Jan Frederik Köster (15) zählen lassen, dem es die Vorwerkhühner angetan haben, eine alte deutsche Rasse, die auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere steht. Stolze 110 Tiere nennt er sein Eigen, mit denen er die Zucht intensivieren und ausbauen möchte. Und er weiß auch um die Vorurteile, die Gleichaltrige seiner Passion entgegenbringen: "Gute Freunde verstehen mich, andere Mitschüler schauen skeptisch und haben bestenfalls ein müdes Lächeln über."

Jungzüchter brauchen auch ein starkes Rückgrat. Das zeigen auch die Hühnerzüchter Kerstin Kulawik (11) mit ihren Zwerg-Wyandotten und Leon Herring (14), der sich den Rheinischen Krähenköpfen widmet. Tauben haben es Lea Hornscheidt (14), die seit einem Jahr mit Erfolg und der Unterstützung ihres Großvaters Orientalische Roller züchtet, und der achtjährigen Alicia Zimmermann angetan.

Die Jüngste im Bunde schickt die kleinsten Vögel der gesamten Ausstellung ins Rennen: Diamanttäubchen bringen es selbst ausgewachsen nicht auf die Körpergröße von Spatzen.

Quelle: RP
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