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Flüchtlingsheim in Wülfrath
Mitarbeiter sollen junge Afghanin belästigt haben

Flüchtlingsheim in Wülfrath: Mitarbeiter sollen junge Afghanin belästigt haben
Das DRK hat in der Notunterkunft Wülfrath offenkundige Probleme mit Mitarbeitern. FOTO: Uwe Reimann
Wülfrath. In einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Wülfrath sollen zwei Angestellte eine junge Afghanin belästigt haben. Einer der beiden Männer wurde inzwischen suspendiert, der andere versetzt.  Von Uwe Reimann

Seit Ende September vergangenen Jahres kommen Flüchtlinge nach Wülfrath und sind in der Notunterkunft der Sporthalle des Gymnasiums untergebracht. Mehr als 150 freiwillige Helfer kümmerten sich anfangs fast rührend um die Neuankömmlinge. Auch wenn es weniger geworden sind, bleibt das große Engagement der Wülfrather.

Die festangestellten Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Wülfrath organisierten den Alltag der Menschen in der Halle. Doch bei DRK-Mitarbeitern und innerhalb des Security-Dienstes scheint es auch andere Motive zu geben. Ende vergangenen Jahres bedrängte ein Mitarbeiter der Hallensecurity eine 25-jährige afghanische Frau. Er soll ihr per WhatsApp glühende Nachrichten geschrieben haben, machte ihr einen Heiratsantrag, schickte ihr einen möglichen Ehering. Als das DRK davon erfuhr, wurde der Mann von seinem Arbeitgeber, einer dort eingesetzten Security-Firma, sofort versetzt. 

Zeitgleich nahm ein DRK-Mitarbeiter Kontakt mit der Frau auf. Er verabredete sich mit ihr zu Spaziergängen, bei denen das Paar von einem Polizisten außerhalb seines Dienstes gesehen wurde. Dabei soll der DRK-Mitarbeiter die Frau bedrängt und umarmt haben, wogegen sich die 25-Jährige aber wehrte. Deshalb fragte der Polizist bei der Leitung der Notunterkunft nach. Was danach passierte, ist unklar.

Fest steht aber: Der DRK-Mitarbeiter stellte sein heftiges Werben nicht ein. Als die junge Frau in eine Sammelunterkunft nach Leichlingen verlegt wurde, untersagte ihm die DRK-Unterkunftsleitung nach RP-Informationen den Transport mit seinem privaten Pkw.

Trotzdem nahm er in den Wochen danach immer wieder Kontakt mit der Frau auf. Er soll sie zum Beispiel nicht in der Sammelunterkunft, sondern in einer Wohngemeinschaft für Flüchtlinge untergebracht haben. Dazu soll er nach Informationen unserer Redaktion Kontakt mit Sozialamtsmitarbeitern in Leichlingen aufgenommen haben.

Um die Frau zu beeindrucken, soll er seine DRK-Stammdatenzettel mit einem veränderten Geburtsdatum gefälscht haben, um sich als 33-Jähriger auszuweisen. So wollte er sein deutlich höheres Alter verschweigen, um die junge Frau zu beeindrucken. Schließlich soll der DRK-Mitarbeiter der Frau vorgeschlagen haben, ein Hotelzimmer für sie beide zu mieten. Das habe die Frau per WhatsApp abgelehnt.

Das DRK in Wülfrath und der Kreisverband Mettmann, bei dem der Mann angestellt ist, hat über Wochen Gespräche mit ihm geführt. Es ging um die Frage, ob man aus der besonderen Position aus Fürsorgegründen so weit gehen darf. Am vergangenen Freitag wurde der Mitarbeiter schließlich vom DRK-Kreisverband freigestellt.

Montagabend sagte DRK-Sprecher Tom Buschardt unserer Redaktion: "Der Mitarbeiter wurde unmittelbar nach Vorlage der Recherche-Ergebnisse mit den Vorwürfen konfrontiert. Es gibt eine gegenteilige Darstellung, dennoch wurde der Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung von allen seinen Aufgaben entbunden. Darüber hinaus wurde Anzeige gegen den Mitarbeiter erstattet."

Man müsse jetzt die polizeiliche Untersuchung abwarten, fuhr Buschardt fort. "Mit der betroffenen Frau versuchen wir derzeit direkten Kontakt aufzunehmen, weil wir diesen Vorgang sehr ernst nehmen. Da die Frau sich bereits in einer anderen Einrichtung befindet, müssen wir hier aus formaljuristischen Gründen den Dienstweg einhalten. Wir hoffen aber, dass dies zeitnah von der zuständigen Stelle ermöglicht wird."

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