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Wülfrath
Mrs. Bondsfield ist gegen den Brexit

Wülfrath. "Man muss kein Experte sein, um zu wissen: Dieses Referendum hat das Zeug zu einem Desaster", sagt Wülfraths Vorzeige-Britin Mrs. Rita Bondsfield. Und ruft ihren Landsleuten zu: "Um Himmelswillen nicht austreten."

Am Donnerstag stimmt Großbritannien darüber ab, ob das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlässt. Über Für und Wider wird seit Monaten leidenschaftlich debattiert. Auch in Bondsfields Familie in Großbritannien. "Allerdings eher sachlich-fachlich", und mit dem Fazit: "Ein Brexit würde riesengroße Probleme bereiten." Die wenigsten ihrer Landsleute seien sich aber der Komplexität des Problems bewusst, auch deshalb, weil das Thema in England auf einem "populistischen Niveau" dämonisiert wird. Dabei gibt es viel patriotisches Gerede, kaum Fakten und dafür viele Fantasievorstellungen. "Scaremongering", also Panikmache, nennt Bondsfield das. Vor allem, was die Anti-Einwanderungsrhetorik betrifft. "Als ließe sich das Emigrationsproblem mit dem Austritt aus der EU lösen. Dann ginge es doch erst richtig los." Auch die Attraktivität des Finanzplatzes London geriete durch den Austritt in Gefahr.

Mrs. Bondsfield, deren Vorname "Rita" so untypisch britisch ist, ist gebürtige Deutsche, "im Herzen aber überzeugte Britin" und mit einem Engländer verheiratet. Sie verpasst die Heißwasserzeit um 17 Uhr niemals. Mrs. Bondsfield aber setzt auf "Cool Britannia" am Abstimmungstag.

"Das Ergebnis wird ganz eng sein. Aber die Mehrheit wird für einen Verbleib stimmen." Bedauerlich nur, dass die Mehrheit der auf dem Kontinent lebenden Briten nicht wahlberechtigt ist. "Dabei sind die doch die einzigen, die den Sachverhalt überblicken."

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