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Wülfrath
Museum besinnt sich auf bergische Heimat

Wülfrath: Museum besinnt sich auf bergische Heimat
Zu den besonderen Angeboten im Niederbergischen Museum gehört die Bergische Kaffeetafel. FOTO: Holger Klaes
Wülfrath. Der Trägerverein des Niederbergischen Museums hat einen neuen Vorsitzenden. Der will sich der Ausstellung widmen. Von Sabine Maguire

Lange Zeit trudelte der Trägerverein des Niederbergischen Museums durch unruhige Gewässer. Immer wieder wechselte der Vorstand, zwischenzeitlich gab es gar interne Querelen. Als vor vier Jahren Jürgen Meinhard den Vorsitz übernahm, galt gar die Existenz des Vereins als gefährdet. Die finanzielle Situation war schwierig geworden. Meinhard brachte den Trägerverein wieder auf Kurs und gab das Steuer mit mittlerweile geordneten Finanzen vor zwei Wochen an seinen Amtsnachfolger Eberhard Tiso ab.

"Ich wurde im vergangenen Jahr gefragt, ob ich den Vorsitz übernehme und hatte genügend Zeit mir zu überlegen, ob ich das machen möchte", berichtet Eberhard Tiso von seiner wohldurchdachten Entscheidung. Ihm sei klar gewesen, dass die in den vergangenen Jahren geschaffene Basis unbedingt Bestand haben müsse, um die Existenz des Vereins auch über sein zehnjähriges Bestehen hinaus zu sichern. "Ohne Ordnung gibt es Unruhe" weiß Tiso. Mit ihm soll es nun jedenfalls in geordneten Bahnen weitergehen. Und nicht nur das: "Ich möchte etwas bewegen", kündigt der neue Vorstandsvorsitzende an. Was er sich darunter genau vorstellt, lässt Tiso noch offen. Grundsätzlich sei er jedoch der Ansicht, dass man sich - neben den zahlreichen, dort stattfinden Veranstaltungen - auch wieder auf den Kerngedanken des Museums besinnen müsse. "Das ist ja eigentlich unsere Hauptaufgabe", weiß Eberhard Tiso. Allerdings sei es so, dass sich die in den Räumlichkeiten gezeigten Exponate im Eigentum der Stadt befänden.: "Es gibt niemanden, der sich als Kurator darum kümmert. Geschweige denn jemanden, der sagen würde, wir machen jetzt mal was anderes."

Dennoch möchte der neue Vorsitzende des Trägervereins die Ausstellung zukünftig mehr in den Vordergrund rücken. Geschehen soll das wohlüberlegt und in kleinen Schritten. "Wir werden jetzt erstmal jeden Monat ein Bild aus der Dollerschell-Sammlung zeigen", kündigt er an, die Werke des Wülfrather Künstlers Eduard Dollerschell stärker ins Licht der Öffentlichkeit rücken zu wollen.

Vor dem Hintergrund der Auflösung des Wülfrather Heimatbundes stellt sich natürlich auch die Frage, ob Heimatgeschichte ein Auslaufmodell ist und das Ende damit befasster Vereine stetig mitschwingt. Beim Trägerverein hat man nun erstmal eine Antwort gefunden, die für die kommenden Jahre zu tragen scheint. Und dennoch weiß auch Eberhard Tiso, dass zukünftig auch jüngere Vereinsmitglieder gewonnen werden müssen.

"Wir wollen verstärkt mit Neubürgern in Kontakt treten und ins Museum einladen", kündigt er an. Auch mit Blick auf das Veranstaltungsprogramm gibt es mit Liederabenden und geplanten Projekten für Kinder bereits neue Ideen. Ein besonderer Termin ist im Veranstaltungskalender schon fest eingeplant: Am 1. Oktober feiert der Trägerverein des Niederbergischen Museums sein 10-jähriges Bestehen.

Quelle: RP
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