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Wülfrath
Museum zeigt Kunst aus Afrika

Wülfrath: Museum zeigt Kunst aus Afrika
Machen gemeinsame Sache (von links): Karin Fritsche (Trägerverein Wülfrath), Julia Besten (Stiftung Wuppertal), Christoph Schwab ( Kurator Museum auf der Harth Wuppertal) und Christa Hoffmann (Museum Wülfrath). FOTO: achim blazy
Wülfrath. Gezeigt werden Exponate des Wuppertaler Museum auf der Hardt zum Thema Missionierung. Von Daniele Funke

2016 gründete sich der Arbeitskreis bergischer Museen mit dem Ziel, sich kulturell mehr auszutauschen. Im Rahmen des daraus entstandenen Projektes "Zu Gast bei..." zeigen immer je zwei Museen eine Ausstellung des jeweiligen Kooperationspartners: in Wülfrath ist es das Museum auf der Harth in Wuppertal.

In einem Punkt sind sich die Vertreter des niederbergischen Museums und des Museums auf der Harth Wuppertal absolut einig: dass genau sie beide im Arbeitskreis bergischer Museen zusammen gefunden haben, kann kein Zufall sein. "Ich denke es war eine Art Seelenverwandtschaft auf den ersten Blick", schwärmt Karin Fritsche (niederbergisches Museum), und der Wuppertaler Kurator Christoph Schwab nickt zustimmend. "Wir haben auch festgestellt, dass unsere thematischen Ausrichtungen ungeahnte Gemeinsamkeiten aufweisen."

Das Museum auf der Hardt der Archiv- und Museumsstiftung der VEM (Vereinte evangelische Mission) zeigt in Dauerausstellung Ritual- und Alltagsgegenstände, Dokumente und Abbildungen der Missionierungsarbeit in Afrika und Asien ab 1828. "Viele der Menschen kamen hier aus dem Bergischen Land, auch aus Wülfrath, und da haben wir zum Beispiel schon eine Verbindungsbrücke zu unserem Partnermuseum", erläutert der Wuppertaler Kunstexperte.

Für die Gastaustellung im Niederbergischen Museum steht den Wuppertalern ein Raum zur Verfügung, die Anzahl der gezeigten Exponate ist dementsprechend reduziert. "Neben vielen Schriftstücken, wie etwa einer Spenderliste, zeigen wir die verschiedenen Fahnen der jeweiligen Missionsländer oder auch die verschiedenen Aspekte des Werkstattwesens", beschreibt Schwab die Auswahl der mitgebrachten Werke und deutet auf einige holzgeschnitzte Figuren. "Diese Miniaturmusiker stammen aus dem Privatbesitz eines Plantagenbesitzers. Ein Dachbodenfund, der in einem schlechten Zustand war, sich aber gut restaurieren ließ."

Während die Gastausstellung im niederbergischen Heimatmuseum bereits für die Eröffnung am 12. April fertiggestellt ist, müssen die Wülfrather noch ein wenig beraten, disponieren, planen und gestalten. Womit sie die Wuppertaler im Gegenzug begeistern wollen, das steht allerdings schon fest. "Natürlich präsentieren wir uns mit dem, was wir am besten können", sagt Karin Fritsche lachend, "und das ist die bergische Kaffeetafel."

Kollegin Christa Hoffmann ergänzt. "Selbstverständlich mit der klassischen Dröppelminna aus Zink. Und witzigerweise haben wir seit 1972 eine Zinkgießerei hier im Hause und die kommt ursprünglich aus Wuppertal. So schließt sich der Kreis einmal mehr." Gaumenfreuden versprechen die Wülfrather den Wuppertalern und wie sie so beieinander sitzen, spürt man die großen Sympathien, den gegenseitigen Respekt.

"Es ist einfach wunderbar, dass ein Stück Raum überlassen wird, außerhalb der gewohnten Umgebung. Wir stellen so unsere Exponate in einen anderen Kontext und wir erreichen Menschen, die wir sonst nicht erreichen würden, obwohl sie nur eine Stadtgrenze entfernt wohnen", fasst es Julia Besten, Geschäftsführerin der Stiftung der VEM, zusammen. Die Eröffnung beider Gastausstellungen am 12. April findet im niederbergischen Museum statt, mit musikalischer Begleitung durch den Wuppertaler Saxophonisten André Enthöfer.

Sonderveranstaltungen rund um die beiden Themen Missionsarbeit und Kaffeetafel folgen, ebenso ein kreatives Kinderprogramm in Wuppertal, bei dem die Wülfrather mit den Kleinen aus dreckigem Schafspelz saubere Wolle zaubern. Am 1. Juli beenden beide Museen ihren jeweiligen Gastbesuch mit einer großen Abschlussveranstaltung rund um die gedeckte Kaffeetafel mit Lesung in Wülfrath. Stellvertretend für ihre Mitstreiter kann Karin Fritsche jetzt schon eins ganz klar sagen. "Wir freuen uns unendlich auf das Projekt, es ist Neuland für alle und wir sind auch Vorreiter für alle anderen im Arbeitskreis bergischer Museen. Hoffentlich folgen uns ganz viele Nachahmer, denn es wird bestimmt ganz wunderbar."

Quelle: RP
 
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