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Wülfrath
Nikolaus besucht Flüchtlingskinder

Wülfrath: Nikolaus besucht Flüchtlingskinder
Vorsitzende Annermarie Lüderitz hatte als Nikolaus Flüchtlingsfamilien zur Adventsfeier von INGA eingeladen. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Das Helferteam des Flüchtlingshilfe-Vereins INGA bewirtete bei einer Adventfeier an einer langen Buffettafel 41 Jungen und Mädchen mit ihren Familien. Von Lars Mader

Es wurde eine lebendige Zeit, die sich die Teilnehmer an einer Familienfeier zur Adventszeit im prachtgemütlichen Saal des Ratskellers bereiteten. Der Flüchtlingshilfe-Verein INGA hatte eingeladen und ein engagiertes Helferteam aufgeboten. Allen voran Hausherrin Jutta Korten. Sie hatte sich bereits anlässlich der Organisation des Flüchtlingstages am 3. Oktober eingebracht.

Dort war die Idee entstanden, in ihren Räumen eine Adventssause zu gestalten. Das Lokal liegt in Katzensprung-Distanz zur Flüchtlingsunterkunft an der Wilhelmsstraße. An der langen Buffettafel teilte INGA-Kassenwartin Renate Quade Tee, Kaffee und Apfelschorle aus.

Die gelernte Hauswirtschaftlerin Jessica Reinert wohnt seit drei Jahren in Wülfrath und möchte ihre Fähigkeiten nun bei INGA-Projekten entfalten. Mit dem kommenden Jahr möchte sie einen Kochkurs für deutsche Küche in der Wilhelmstraße für Mütter mit ihren Kindern anbieten.

Gleich drei große Töpfe mit Waffelteig, verfeinert mit guter Butter, hatte Christel Gruner-Olesen, die sonst Deutschkurse bei der VHS gibt, vom Profiverköster Linke aus Langenberg herbeigefahren. Mit Weihnachtsmannmütze behütet stand sie eifrig wie ein Heinzelmännchen in der Küche und eiste ununterbrochen leckerste Waffelherzen. Geladen waren 41 Kinder mit ihren Familien aus den Unterkünften an der Wilhelmstraße, Maushäuschen, Lindenschule und anderen Orten in der Stadt, von denen ein Großteil auch erschien.

Guido Holzmann, der bis zur Schließung wegen Feuersicherheitsmängel die wöchentlichen Spielspaß-Abende auf dem Dachboden an der Wilhelmstraße betreut hatte, begrüßte die Heranströmenden per Handschlag.

INGA-Vorsitzende Annemarie Lüderitz hatte eine englische Geschichte von der Rolle des Rotkehlchens zu Heiligabend mitgebracht. Diese Legende besagt, dass das Rotkehlchen, in England "Robin" genannt, das Lagerfeuer im sonst kalten Stall zu Bethlehem mit seinem Flügelschlag lebendig hielt. Dabei versenkte es sich jedoch das Brustkleid, so dass seine Federn dort bis heute feuerrot blieben.

Ausgerechnet Lüderitz, die sonst allerorts und jederzeit den Flüchtlingen zur Seite steht, war in jenem Augenblick nirgends zu sehen, als der Nikolaus (die Vorsitzende) unter dem mächtigen Weihnachtsbaum an jeden persönlich und liebevoll beschriftete Geschenke verteilte.

Vorbeigekommen zur Feier war auch Randi Selzener vom Jugendamt, die sich schon lange um die kommunikative Verbindung zwischen Stadt und der Flüchtlingshilfe kümmert. Ihr Fazit zu diesem schwierigen Jahr der Flüchtlingshilfe fällt positiv und für die Zukunft hoffnungsvoll aus: "Ich habe Wülfrath immer als sehr gut im Umgang mit Menschen aus anderen Ländern erlebt und sehe hier ein gutes Miteinander."


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Quelle: RP