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Wülfrath
Schüsse auf Radarmessanlage in Düssel?

Wülfrath: Schüsse auf Radarmessanlage in Düssel?
10. Juni 2015 Noch unversehrt: Der Kreis hat die neue Tempokontrolle "scharf" geschaltet. FOTO: dj
Wülfrath. Es ist die vierte Attacke in nur sechs Wochen: Die neue Geschwindigkeitskontrolle in Düssel ist erneut von einem unbekannten Täter beschädigt worden. Bei der umstrittenen Anlage an der Tillmannsdorfer Straße ist das Glas zerstört. Die Polizei ermittelt auch wegen Schusswaffengebrauchs. Von Uwe Reimann

Ist die neue Blitzanlage Ziel von unbekannten Pistolen- oder Gewehrschützen geworden? Die Art des zerstörten Glases an der neuen Radarmessanlage in Düssel lässt darauf schließen. Die Polizei untersucht das. "Wir können Schüsse zum jetzigen Zeitpunkt weder ausschließen noch dementieren", sagt Polizeisprecherin Nicole Rehmann. Fakt ist aber: Der erst vor knapp sechs Wochen installierte Starenkasten an der Tillmannsdorfer Straße in Düssel ist in sechs Wochen bereits zum vierten Mal Ziel von Sabotage geworden.

Die Aufregung war groß: Die neue Radaranlage an der Tillmannsdorfer Straße spaltete die Gemüter der Wülfrather. Für die einen ist sie eine geeignete Verkehrskontrolle, für die anderen ist sie "Abzocke an Autofahrern". Ärger und Wut schlugen aber um in Aggression. Vor knapp einer Woche war die Radarsäule mit Spray-Lack verschmiert worden. Bereits vorher war sie einmal mit Spray-Lack aus der Dose außer Gefecht gesetzt, ein anderes Mal verstopften Unbekannte die "Augen" mit Lappen.

Der Kreis Mettmann als Betreiber der Anlage bemühte sich auch gestern weiter um Ruhe in der Sache. Die kaputten Gläser wurden gestern Nachmittag bereits ausgetauscht, "damit die Geschwindigkeitskontrollanlage wieder in Betrieb gehen kann", sagte Kreissprecherin Anne Grassberger. Bereits nach der Attacke vor einer Woche setzte der Kreis auf den Gewöhnungseffekt.

"Eigentlich haben solche Aktionen gegen Geschwindigkeitsmessanlagen deutlich nachgelassen", sagte Kreissprecherin Daniela Hitzemann. Erfahrungsgemäß gebe es Schmierereien vor allem am Anfang, wenn die Anlage neu ist. "Das lässt in der Regel dann aber nach, wenn man sich daran gewöhnt hat."

Der Kreis installierte die Anlage an der Tillmannsdorfer Straße Mitte Juni in Absprache mit der Stadt sowie der Polizei. "Der teils unübersichtliche Abschnitt gilt als Gefahrenstelle, weil dort unter anderem Radfahrer kreuzen", sagte Ralf Hezel vom Straßenverkehrsamt des Kreises im Juni. Kraftfahrer hätten sich oft nicht ans Tempolimit gehalten und sich auch von Ampeln nicht bremsen lassen. 65 000 Euro kostete das. Für das Geld steht an der Kurvenstrecke nach Düssel nun hochmoderne Technik. Das säulenartige Modell ist mit Radartechnologie der jüngsten Generation ausgestattet.

Anders als die früheren Anlagen funktioniert die Radarfalle nicht über in den Boden eingelassene Induktionsschleifen. Diese Messfühler waren "extrem beschädigungsanfällig". Zum Beispiel durch Spurrillen oder Veränderungen der Fahrbahn. Anstelle dessen kommt jetzt stationär zum Einsatz, was bislang bloß bei den mobilen Messungen genutzt wurde: Laser-Technik wenn sie nicht sabotiert wird.

Quelle: RP
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