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Wülfrath
Schützen: "Geldstrafe" für die falsche Krawatte

Schützenfest Wülfrath - "Geldstrafe" für die falsche Krawatte
Beim Marsch durch die Wülfrather Innenstadt hatten die Schützen ausnahmsweise mal Glück mit dem Wetter. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Das Wülfrather Schützenfest ist super gelaufen. Doch vorbei ist es erst heute Abend. Dann tagt das "Tribunal" und vergibt Geldstrafen etwa an Vereinsmitglieder, die Bier verschüttet haben. Von Thomas Peter

Der Jahreshöhepunkt des Wülfrather Schützenwesens klingt heute mit einem Familientag auf der Kirmes aus. Dahinter liegen drei tolle Tage mit Höhen und Tiefen. Die Tiefen beziehen sich allerdings nur auf das Wetter, ansonsten war das Schützenfest wie immer gut besucht und von guter Stimmung gekennzeichnet. Und weil irgendein Jubiläum eigentlich immer ansteht, feierte man in diesem Jahr das fünfte Schützenfest im Zelt Am Rathaus. Insgesamt ist es die Nummer 86 seit der Vereinsgründung 1929. Lutz Michael, Schriftführer, blickt zurück.

Uschi Paul bekam die Insignien der Wülfrather Schützenkönigin angelegt. Axel Paul war sichtlich stolz. FOTO: Dietrich Janicki

Am Freitag hatte traditionell Bürgermeisterin Claudia Panke die Ehre, das Fest mit dem ersten Fassanstich zu eröffnen. Die Kirmes hatte schon am ersten Tag gut zu tun, es herrschte "Bombenwetter", wie Lutz Michael sagte. Ab 18 Uhr stieg die große Ü30-Party im Festzelt, mit den bekannten Wülfraher DJs "KLP". Kurze Unterbrechung um 22 Uhr für das Feuerwerk, dann ging die Sause weiter. Die junge Wülfrather Band "Recover 13" spielte ein buntes Programm von Country bis Helene Fischer und "riss alle mit", so Michael. Vorsitzender Axel Paul hatte die Band bei einem anderen Fest kennengelernt und vom Fleck weg engagiert. Der Schützenverein ist stolz darauf, Nachwuchsmusikern wie Recover 13 eine Bühne zu bieten.

Wetterwechsel: am Samstag "schüttete es wie aus Kübeln", umso mehr Menschen drängten sich im Festzelt. Allein von den befreundeten Vereinen waren zahlreiche Vertreter gekommen, um den neuen Majestäten die Ehre zu erweisen. Das Königsschießen hatte bereits am 29. August stattgefunden und für eine Überraschung gesorgt. Vier Männer wollten verhindern, dass sich nach Iris Michel (2013) eine weitere Frau die Krone aufsetzt, doch als die Ehefrau des Vorsitzenden mit dem 58. Schuss den Rumpf von der Stange holte, waren die "Machos" geschlagen. Uschi Paul ist neue Königin, ihr Mann Axel somit Prinzgemahl und Vorjahressieger Daniel Fahl wurde diesmal Adjutant. Dazu kommen die Ehrendamen Jacqueline Faulhaber (zuletzt Prinzgemahlin) und Helga Enders.

Bei den Nachwuchsschützen siegte Florian Eich bereits nach zwölf Schuss. Es ist nicht der erste Titel für den amtierenden Prinzen des Kreises Niederberg. Eich übernahm Adjutant Maximilian Hecker von seinem Vorgänger Justin Helmig. Nach der Krönungszeremonie wurde es noch eine lange Nacht, mit "Unterhaltung, Stimmung, Tanz" und der Musikband "Albatross". "Es hat sich bis halb drei hingezogen, bis wir schließlich den Schlüssel rumgedreht haben", erzählt Lutz Michael. Am Sonntag standen ein gemeinsames Frühstück der Vereinsmitglieder und Gastvereine, ein Konzert der Freiwilligen Feuerwehr Velbert sowie der Festumzug auf dem Programm. Nach der Königsparade vor dem Rathaus musizierte zum Ausklang noch einmal das Duo Albatross. "Die spielen gut und gehen sehr gut auf das Publikum ein", sagte Elisabeth Michael, Gattin des Schriftführers. Wohl deshalb sind sie bereits seit vier Jahren dabei.

Während im Festzelt bereits die Aufräumarbeiten beginnen, öffnet die Kirmes heute noch einmal um 14 Uhr. Buden und Fahrschäfte locken zum Familientag mit ermäßigten Preisen. Den endgültigen Schlusspunkt setzt um 19 Uhr das "Tribunal". Volker Schneider wird als "Staatsanwalt" die Bestrafung sündiger Mitglieder vornehmen. Wer eine falsche Krawatte an- oder sein Bier verschüttet hatte, wird mit einer symbolischen Geldstrafe belegt. Auch wenn die Beträge, die in die Vereinskasse fließen, nur zwischen 5 und 10 Euro liegen, könnte da einiges zusammenkommen.

Quelle: RP
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