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Wülfrath
Senioren: Viele dunkle Ecken und Stolperfallen

Wülfrath: Senioren: Viele dunkle Ecken und Stolperfallen
Start zur Erkundungstour der Senioren zu den so genannten "Angsträumen" und anderen gefährlichen Stellen im Stadtgebiet. FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)
Wülfrath. Frauennetzwerk und Ordnungsamt suchten im Stadtgebiet gefährliche Ecken in der Innenstadt auf. Ältere fordern Reparaturen an Treppen. Von Dominique Schroller

Mit dem Umzug in die Innenstadt beschlich Astrid Schuller oft ein mulmiges Gefühl, wenn sie abends durch die Straßen ging. "Wenn ich von meiner Tochter nach Hause ging, hatte ich immer den Eindruck, da steht irgendwo jemand. Denn so gut ist die Wilhelmstraße nicht beleuchtet", berichtet die Wülfratherin beim Rundgang zu Angsträumen für Senioren. "Oft ist das nur ein subjektives Empfinden, das ist aber das Entscheidende. Denn an diesen dunklen Ecken gibt es, nach Aussage der Polizei, keine vermehrten Straftaten", sagte Marcus Kauke vom Ordnungsamt, der die Begehung begleitete.

Die Initiative zu dieser Veranstaltung kam aus dem Frauennetzwerk. "Zum ersten Rundgang im Januar kamen auch überwiegend weibliche Teilnehmer und dann kam die Anregung, auch andere Gruppen miteinzubeziehen. Wir waren daher auch mit Jugendlichen unterwegs und heute mit den Senioren", berichtete Gudula Kohn.

Gefahrenstellen wie diese Treppe von der Mettmanner Straße zur Maikammer wurden sofort notiert. FOTO: Dietrich Janicki

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt hat festgestellt, dass es durchaus Angsträume gibt, die alle Gruppen übereinstimmend genannt hätten. "Dazu zählt der Bereich rund um das Schwimmbad und die Tiefgarage am Diek." Dort ist es auch Helga Müller nach Einbruch der Dämmerung oft unheimlich. "Es geht vielfach das Licht an, ohne dass jemand sein Auto dort hinein- oder herausfährt. Als Passant weiß man nicht, wer sich dort aufhält." Auf der Rückseite des August-von-der-Twer-Hauses beschleunigt Schuller unwillkürlich ihre Schritte. "Die letzte Lampe ist vorne an der Straße und hier hinten ist alles finster." Dazu komme das unebene Parkplatzgitter als Stolperfalle. "Das geben wir an das Tiefbauamt weiter. Das fällt unter die Verkehrssicherungspflicht", sagt Kauke. Der Umbau des Parks zum Generationenspielplatz biete die Gelegenheit, die Beleuchtung zu verbessern.

Einen Bogen würden die meisten Teilnehmer auch um die Grünfläche machen, die zur Mettmanner Straße führt. "Hier hört einen niemand, deshalb würde ich da im Dunkeln nicht hergehen", sagt Gertrud Brüggemann. Sie hält sich auch vom Parkplatz Teboflor fern. "Da sind keine Gebäude und die Autos sind kaum ausgeleuchtet. Das ist mir zu einsam." An dieser Stelle kann Kauke wenig Hoffnung auf eine Verbesserung machen. "Das ist Privatgelände. Wir können mit dem Betreiber sprechen, mehr geht aber nicht. Der Fußweg, der rechts vorbei läuft, ist ausgeleuchtet."

Solche Stolperfallen wie dieses Pflaster auf einem Parkplatz in den Banden werden von älteren Menschen kritisiert. FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)

Handlungsbedarf sieht er beim morschen Geländer an der Treppe zur Maikammer. "Das muss auf jeden Fall repariert werden, denn das ist gefährlich." Astrid Schuller weist auf die mangelnde Barrierefreiheit hin. "Mit einem Rollator oder Kinderwagen möchte ich hier nicht hinunter gehen müssen." Sicher fühlt sich dagegen Heinz-Gerd Küster in seiner Stadt. "Das ist auch eine Frage der Einstellung. Ich denke einfach nicht so viel darüber nach, was passieren könnte. Doch mit zunehmendem Alter muss auch ich zugeben, dass ich vorsichtiger sein müsste", betont der Wülfrather, der sich dem Rundgang vor allem aus Neugier angeschlossen hat.

Quelle: RP
 
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