| 00.00 Uhr

Wülfrath
Stadt sagt Ratten den Kampf an

Schädlinge in Haus und Garten
Schädlinge in Haus und Garten FOTO: dapd, dapd
Wülfrath. Anwohner und viele Geschäftsleute klagen immer öfter über mehr Ratten in der Innenstadt. Die Stadtverwaltung will künftig gemeinsam mit den anderen Städten im Kreis energischer gegen die kleinen Nager vorgehen. Von Uwe Reimann

Formal ist es eine "öffentlich-rechtliche Vereinbarung" mit den anderen kreisangehörigen Städten. Konkret ist es aber ein Bekämpfungsplan, der vom Kreis Mettmann verfolgt wird. Der Wülfrather Rat wird jetzt wohl einen solchen beschließen, damit die Stadt etwas Wirksames gegen die vielen Ratten tun kann.

Die Rattenbekämpfung soll im nächsten Jahr intensiviert werden, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung für den Rat. Darin wird festgehalten, was die künftige Rattenbekämpfung leisten soll und muss. Dabei stehen drei Bereiche im Fokus.

Der Schädlingsbekämpfer wird künftig verpflichtet sein, anhand von Ködermaterialien festzustellen, wie sehr bestimmte Bereiche von Ratten befallen sind. Sollten bei diesen Tests keine Hinweise auf Ratten festgestellt werden, sind Köder zu entfernen und der Kanal wird gekennzeichnet. Sämtliche Erhebungen werden dokumentiert, so dass die Stadt eine Karte über das Vorkommen von Ratten im Untergrund haben wird. Sollte es Hinweise auf Ratten geben, werden mehr Köder ausgelegt und die Nachkontrollen solange durchgeführt, bis keine Ratten mehr auftauchen. Auch hier sollen der Schachtdeckel dann gekennzeichnet und die Maßnahmen dokumentiert werden. Die Stadt rechnet damit, dass nach den intensiven Maßnahmen weniger Ratten auf öffentlichen Flächen sind. Sollten Kanalmängel gesichtet werden, würden diese ebenfalls dokumentiert. Die Kosten dafür sollen in die Gebührenbedarfsberechnung eingehen.

Analyse steht an erster Stelle: Der vom Kreis beauftragte Schädlingsbekämpfer wird verpflichtet, Rattenbefall anhand von so genannten Sicherheitsköderstationen durchzuführen. Wird festgestellt, dass an dieser Stelle kein Rattenbefall vorhanden ist, werden die Köderstationen entfernt. Bei akutem Rattenbefall werden die Köderstationen sofort mit Giftködern aufgefüllt. Dies wird solange wiederholt, bis keine Ratten mehr festgestellt werden.

Wenn von einem privaten Grundstück Rattenbefall ausgeht, ist der Schädlingsbekämpfer künftig verpflichtet, die Zustände zu dokumentieren und eine "Bekämpfungsempfehlung" auszusprechen. Das Ordnungsamt kann dann die notwendigen Maßnahmen in einer Frist anordnen. Der Eigentümer muss dies dann umsetzen.

Die Kosten sollen kreisweit je nach Stadt, Aufwand und Größe übernommen werden. Die werden gemäß den in den einzelnen Kommunen stattgefundenen Belegungen aufgeteilt.

Die Kosten der Bekämpfung auf öffentlichen Grünflächen werden ebenfalls nach den Belegungen erfolgen. Sollte das nicht möglich sein, wird die Einwohnerzahl die Grundlage für die Kostenaufteilung innerhalb des Kreises sein. Bisher lagen die Kosten für die Stadt Wülfrath seit 2013 jedes Jahr bei durchschnittlich 2660 Euro.

Klar ist aber auch: In den Besprechungen mit den kreisangehörigen Städten stellte sich heraus, dass die Kosten definitiv steigen werden, heißt es in der Vorlage. Wie viel das ist, sei derzeit aber noch nicht zu beziffern.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wülfrath: Stadt sagt Ratten den Kampf an


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.