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Wülfrath
Stadt: Schneller Wechsel von Sack auf Tonne

Wülfrath: Stadt: Schneller Wechsel von Sack auf Tonne
Alte Säcke sollen passé sein. Auch in Wülfrath soll zukünftig der Abfall in entsprechenden Mülltonnen entsorgt werden. FOTO: Awista
Wülfrath. Ab April 2018 wird Müll nicht mehr im alten Sack, sondern der neuen Tonne entsorgt. Clevere stellen schon jetzt aufs neue Konzept um. Von Valeska von Dolega

Seit Mai 2015 ist Ulrike Eberle, Abfallbeauftragte der Stadt, mit unermüdlichem Elan im Einsatz, wenn es von der bevorstehende Umstellung vom Sack auf die Tonne geht. Dieser Konzeptwechsel steht per Ratsbeschluss vom 28. Juni dieses Jahres fest. Jetzt gehen die Abfallbeauftragte und ihre neue Kollegin Ayleen Schommer in eine weitere Charmeoffensive.

"Wir werben dafür, so früh wie möglich auf das neue Müllkonzept umzustellen", sagen sie. Sie appellieren an die Eigentümer von Wohnungen und Häusern, "nicht erst auf den letzten Drücker, sondern vorzeitig und ohne Stress umzustellen". Stress gab es im Vorfeld einigen, erhitzt führten Gralshüter des alten Sacks Debatten, warum die Umstellung auf Tonnen teurer, umständlicher und schlichtweg nicht zu machen sei. Im August vergangenen Jahres wurde eigens dafür eine Bürgerinformationsveranstaltung organisiert, um Wünsche und Bedenken offen zu diskutieren. Dass nun mit der Tonneneinführung gleichzeitig das "kleine Ident-System" - es ordnet Behälter Adressen zu - kommt, ist einer der formulierten Bürgerwünsche. "Später, wenn sich alles eingespielt hat, könnten hiermit weitere Daten erfasst werden", sagt Ulrike Eberle. Das elektronische System erleichtert die Erfassung der Müllmenge. Illegale Tonnen werden erkannt und nicht mehr geleert. Andere Ideen, wie Tonnen für Single-Haushalte oder eigens für Windeln deklarierte Tonnen landeten in der Tonne.

Als "hohen Aufwand für die Stadt" beschreibt Martin Barnat, seit knapp fünf Monaten als technischer Dezernent für die Umsetzung des Stadtentwicklungskonzepts verantwortlich, wie das Abfallkonzept den Bürgern nahe gebracht wird. Ayleen Schommer ist dafür seit April auf einem zunächst bis Mitte 2018 befristeten Vertrag ins Abfall-Team geholt worden, um Fragen der Wülfrather zu beantworten. "Bislang ist es in der Beratung ruhig", bilanziert sie Anfragen der Bürger. "Die meisten, die sich melden, sind neutral und lösungsorientiert." 4500 Haushalte entsorgen Restmüll im Sack, 2000 davon werden über Hausverwaltungen umgestellt. 22 dieser Hausverwaltungen wurden ausführlich über sämtliche Details informiert. So gut, dass beispielsweise die GWG zum 1. Januar 2017 - also mehr als einem Jahr vor dem offiziellen Stichtag - umstellen will. Auch an neuralgischen Punkten wie dem Gebiet um Rotdornweg und Kastanienallee haben Eigentümer beziehungsweise Verwalter die vorgezogene Umstellung fest im Visier und sind gerade auf Standortsuche für geeignete Großcontainer. Derlei Riesenbehälter bedürfen übrigens keiner baulichen Sondergenehmigung. Bleibt das Problem bei den innerstädtischen Adressen rund um die Fußgängerzone und dem Kirchplatz. Auf keinen Fall sollen sichtbar rumstehende Tonnen das Stadtbild verschandeln, sind sich alle einig. "Manches Mal ist eine Vor-Ort-Regelung notwendig", sind sich die Damen Schommer und Eberle einig. In diesen Kontext passt Kurioses: Ein Bürger lieh sich in der Abfallberatung einer der Demo-Tonnen aus. "Er brauchte die konkreten Maße, um ein passendes Schranksystem zu bauen", sagt Ulrike Eberle, was im Rahmen der Charmeoffensive alles möglich ist.

Eigentümer, die bis zum 30. September 2016 ihre Tonne bestellen, beklommen diese bis zum 1. Januar 2017 geliefert. ZU Jahresbeginn werden an alle Bürger zusammen mit den Abfallbescheiden parallel die Bestellscheine verschickt, welche Tonne zukünftig verwendet werden soll. Übrigens: Pekuniär ändert sich nichts. "Die Gebührensatzung soll nicht geändert werden."

Quelle: RP
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