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Wülfrath
Steine erzählen eine eigene Geschichte

Wülfrath: Steine erzählen eine eigene Geschichte
Nuraya Matthey suchte mit Hilfe von Vater Stefan Schäuble Interessantes in den Steinen am Zeittunnel. FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)
Wülfrath. Familien besuchen den Wülfrather Zeittunnel. Kinder sind mit Hammer und Meißel aktiv. Von Dominique Schroller

Die Reise durch Jura, Kreide und Quartär haben sie bereits hinter sich und sind in der Steinzeit angekommen. Mit Hingabe bearbeitet Luraya den dicken Brocken vor ihr. Unter ihren kräftigen Schlägen zerspringt er in drei Teile. Interessiert begutachtet das Mädchen die spitzen Ecken und flachen Kanten des Minerals, sucht sich das schönste Stück aus und legt es zu ihren gesammelten Schätzen. Stefan Schäuble, der neben ihr hockt, wähnt sich schon deutlich weiter in der Zukunft. "Ich dachte, wir schürfen hier Gold", sagt er lachend.

Nadja Matthey sammelt derweil die Schätze, die ihre Familie im Schatten des Zeittunnels hebt. "Die Tüte ist schon ganz schön schwer", sagt die Mettmannerin. Sie ist bereits ganz im Hier und Jetzt angekommen. "Für mich war es im Tunnel sehr spannend zu beobachten, wie meine Tochter mit großem Interesse die verschiedenen Rätsel auf dem Bogen gelöst und sich dafür die Tafeln ganz genau durchgelesen hat." Nun verfolgt sie fasziniert, die geschickt platzierten Schläge von Luraya mit Hammer und Meißel. "Sie darf selten so viel Kraft einsetzen und so viel Krach machen."

Das Mädchen hat sichtlich Spaß an ihrer Arbeit. "Natürlich hoffe ich, einen Diamanten zu finden", sagt sie mit leicht ironischem Unterton. Sie kann sich aber auch für die nicht ganz so glänzenden Steine begeistern. "Einige funkeln, andere nicht. Einige sind schmutzig, andere ganz glatt. Die verschiedenen Farben gefallen mir", sagt Luraya. Die schönsten Stücke stellt sie zu Hause auf der Fensterbank aus. "Sie hat neulich vom Spaziergang so viele mitgenommen, dass ihre Taschen fast auf dem Boden hingen", berichtet Stefan Schäuble. Er selbst sammelt eher Halbedelsteine. Im nächsten Moment hält er ein spitzes dreieckiges Stück Fels hoch. "Das könnte eine Miniatur-Abbildung des Matterhorns sein", sagt er und tatsächlich erinnert die Form an den berühmtesten Berg der Schweizer Alpen.

Der Mettmanner war sich über die Ausmaße der Steinbrüche in direkter Nachbarschaft gar nicht bewusst. "Als Kinder waren wir zwar in der Grube 7 in Gruiten schwimmen, doch bisher war mir nicht klar, dass hier die größten Kalkvorkommen Europas sind." Der Blick in den Bochumer Bruch am Ende des Tunnels hat auch Uwe Alder überrascht. "Das war schon sehr imposant", sagt der Neusser. Er ist zum ersten Mal durch die Urzeit gewandert. "Mich interessiert die Erdgeschichte und die Ausstellung ist ein sehr gelungenes Beispiel, wie es mal gewesen ist."

Der Quastenflosser hat es Barbara Aksoy angetan. "Er sah so ähnlich aus wie die urzeitlichen Triops, die wir mal gezüchtet haben." Tierisch überrascht hat sie auch die Begegnung mit den Mammuts.

Quelle: RP
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