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Wülfrath
Versorger verstärkt Stromnetz

Wülfrath: Versorger verstärkt Stromnetz
Christoph Erbelding, Georg Narciß (beide Westnetz), Frithjof Gerstner (Innogy) und Thomas Walkiewicz (Westnetz, v.l.) stellten die neue automatisierte Ortsnetzstation am Maushäuschen vor. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Mit zwei automatisierten Ortsnetzstationen wird die Versorgungsqualität verbessert. Von Daniele Funke

Bei einem Stromausfall - sei es durch Blitzeinschlag oder Baggerarbeiten - müssen betroffene Haushalte oder ganze Straßenzüge schon mal bis zu einer halben Stunde "im Dunkeln" sitzen - bislang. Durch den weiteren Austausch zweier konventioneller gegen automatisierte Transformatorenstationen werden solche Ausfallzeiten der Vergangenheit angehören.

"Durch die neue Technik bekommen wir direkt eine Fehlermeldung ins Leitsystem", erklärt Netzplaner Christoph Erbelding, "das ermöglicht eine sehr schnelle Wiederversorgung und wir sehen genau, wo die Störung aufgetreten ist. Und unsere Techniker vor Ort wissen dann auch genau, an welcher Stelle genau sie nach dem Schaden suchen müssen."

Ein weiterer Vorteil: das neue System liefert verlässliche Informationen über mögliche Schwankungen im Verteilernetz, die beispielsweise durch Wind- und Solareinspeisung entstehen können. "Wir können jetzt mit den gesammelten Netzdaten die Lastflüsse optimieren. Das ist vor allem wichtig in Hinblick auf die Elektromobilität und damit für Bürger, die sich mit der Anschaffung eines Elektroautos beschäftigen", erklärt Georg Narciß von Westnetz.

Noch einen Schritt weiter geht der sogenannte "Smart Operator", ein kleiner Computer, der in einer Art Pilotprojekt vorerst an einer Ortsnetzstation (Lindenschule) installiert und getestet wird. "Diese spezielle Informations- und Kommunikationstechnik der kleinen Box überwacht automatisch den Netzzustand, optimiert den Stromfluss und garantiert so ein stabiles Netz", erläutert Thomas Walkiewicz von "Innogy SE", dem Mutterunternehmen der Westnetz GmbH. Dieser weitere intelligente Baustein im Wülfrather Stromnetz entwickelt zudem anhand genauer Daten Nutzerprofile und kann mit der entsprechend ausgestatteten Gerätetechnik in den Haushalten kommunizieren.

"Es handelt sich jetzt in der Testphase um ausgewählte Haushalte, mit deren Einwilligung wir nun alle möglichen Informationen sammeln können", beschreibt Georg Narciß das Prozedere, "wir setzen so noch mehr auf Einsparung und erneuerbare Energien. Es wird so bald möglich sein, dass etwa eine Waschmaschine digital dann gestartet oder ein Elektrofahrzeug dann geladen wird, wenn es besonders effizient ist." Bislang hatte es in Wülfrath drei automatisierte Ortsnetzstationen gegeben, in diesem November sind zwei dazu gekommen.

Die verbliebenen konventionellen Stationen müssten aber nicht alle ausgetauscht werden, so Christoph Elbeding, anhand der jetzt vorhandenen Stationen könne man Rückschlüsse für das gesamte Verteilernetz ziehen. Und: mit seinen fünf automatisierten Transformatorenstationen sei Wülfrath wesentlich besser bestückt als die anderen Städte zwischen Osnabrück und Rheinland- Pfalz, die das Dortmunder Unternehmen ebenfalls versorgt. Im Kreis Mettmann verfügten nur Haan, Langenfeld und Mettmann über jeweils eine Ortsnetzstation, so Westnetz gestern bei der Pressekonferenz.

Quelle: RP
 
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