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Kommentar
Vertrauen schwer erschüttert

Als der Kreisverband Mettmann von vermeintlichen Belästigungen eines Mitarbeiters gegenüber einer jungen Frau in der Notunterkunft in Wülfrath erfuhr, bemühte man sich um Aufklärung. Schnell suspendierte man den Mitarbeiter. Die besondere Brisanz des Falls und die drängende Frage, ob es noch mehr Fälle gibt, ließen die DRK-Führung handeln. Alles werde aufgeklärt, beteuerte man, sogar um eine Gesprächserlaubnis mit der jungen Afghanin bemüht man sich bei der Bezirksregierung.

Ob das alles reicht, ist fraglich, denn das Verhalten der Notunterkunftsleitung in Wülfrath kann der Kreisführung kaum gefallen. Seit Dezember weiß der Leiter von den Belästigungen, selbst die Nachfrage eines Polizisten spielte er herunter - und machte nichts. Er versetzte weder den Mann noch erkundigte er sich bei der Frau, ob es Probleme mit dem Mann gebe. Er hielt stattdessen still. Als sich immer mehr Unmut unter den Mitarbeitern über diese Zustände regte und die Rheinische Post erstmals und anschließend RTL über den Fall berichtete, plante er Kontrollen, die ihm nicht erlaubt sind: Er wollte nach RP-Informationen die privaten Smartphones überprüfen. Spätestens jetzt muss das DRK im Kreis darüber nachdenken, ob die jetzige Leitung noch zu halten ist. Flüchtlinge müssen darauf vertrauen können, dass ihnen in geschützten Räumen wie der Nuk nichts passiert. Zudem engagieren sich dort viele ehrenamtliche Helfer, die eine kompetente Unterkunftsleitung erwarten dürfen.

Quelle: RP
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