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Wülfrath
Wahlhelfer - das ist für sie Ehrensache

Wülfrath: Wahlhelfer - das ist für sie Ehrensache
Georg Wentzel (l.) und Frank Pabst sind gespannt auf den Dienst am Sonntag, bei dem sie als Wahlhelfer in Düssel beziehungsweise im Rathaus eingesetzt sind. Das ist ein Ehrenamt. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Georg Wentzel, der in einer mittelständischen Firma arbeitet, und Tischlermeister Frank Pabst sind Sonntag im Einsatz. Von Günter Tewes

Ein ausgiebiges Frühstück muss für Georg Wentzel und Frank Pabst am Sonntag wohl ausfallen. Dafür dürfte morgens die Zeit nicht reichen. Um 7.30 Uhr ist im Wahllokal Dienstbeginn. Beide sind Wahlhelfer - so wie noch 151 weitere Aktive, die bei der Landtagswahl im Einsatz sind, um vor Ort in den 18 Wahllokalen der Kalkstadt die Stimmabgabe der Wülfrather zu ermöglichen.

Bürger für Bürger - so sehen sie das Ehrenamt. Wentzel arbeitet im Vertrieb einer mittelständischen Firma. Der 27-Jährige sprach mit dem Vater seiner Freundin über das Wahlhelferamt. Daraufhin hat er sich bei der Stadt gemeldet. Beim 54-jährigen Pabst ist es ganz ähnlich. "Meine Frau, die als Standesbeamtin im Rathaus arbeitet, hat mich inspiriert. " Der Tischlermeister hat sich auf die Restaurierung historischer Möbel spezialisiert. Doch am 14. Mai geht es für ihn nicht um die Arbeit mit Hobel und wertvollen Hölzern, sondern darum, mit der Öffnung des Wahllokals um 8 Uhr unter anderem die Fragen der Eintretenden zu beantworten. Nach 18 Uhr ist dann für alle das Auszählen Pflichtprogramm. Sobald ein Ergebnis vorliegt, senden die Teams der Wahlhelfer und Wahlvorstände augenblicklich eine "Schnellmeldung" ans Wahlbüro im Wülfrather Rathaus. Trifft die erste Meldung ein, wird diese sogleich ins Internet gestellt. "Jede weitere wird sofort verarbeitet", sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Schorn, bei dem die städtischen Organisations-Fäden der Wahl zusammenlaufen. Georg Wentzel freut sich auf den Sonntag, den er im Wahllokal in Düssel verbringen wird. Es sei doch interessant, einmal hinter die Kulissen zu schauen. Tischlermeister Pabst ist bei der Landtagswahl im Rathaus im Einsatz.

Gern stellt er sich zur Verfügung. "Das ist eine positive Tätigkeit. Wahlrecht ist wichtig." Der 54-Jährige ist in der Welt viel herumgekommen, hat den ganzen Globus bereist. Dabei hat er erleben müssen, dass es in Sachen Demokratie in anderen Ländern mitunter ganz anders zugeht. In Honduras zum Beispiel, wo er ein halbes Jahr gelebt hat. "Die Demokratie ist ein wertvolles Gut." Sie müsse geschützt werden, ist Pabst überzeugt. Der Dienst als Wahlhelfer am Sonntag ist für ihn eine Premiere. Auch Georg Wentzel führt das Amt zum ersten Mal aus. Es sei gewiss interessant, den Ablauf einmal aus diesem Blickwinkel mitzuerleben, sagt der 27-Jährige.

"Alle Wahlhelfer und Wahlvorstände sind zur Verschwiegenheit und Neutralität verpflichtet", betont Ordnungsamtsleiter Schorn.

Georg Wentzel und Frank Pabst sind keine Einzelfälle. Denn gleich mehrere Wahlhelfer sind am kommenden Sonntag zum ersten Mal im Einsatz. Sebastian Schorn hat dies bereits erlebt und kann sich jedenfalls noch gut an seinen ersten Wahlhelferdienst erinnern. Als junger Mensch war er damals noch in der Ausbildung. Es kann interessant sein, das Ergebnis des Wahllokals vor Ort am Abend zu vergleichen: Unterscheidet es sich von dem Ergebnis für die Stadt, den Wahlbezirk und auf Landesebene?

Wülfrath hat im Gegensatz zu anderen Städten keine Probleme, genügend Helfer zu bekommen. Und die Stadt zahlt beim sogenannten "Erfrischungsgeld" mehr als andere Kommunen. Wahlvorsteher und stellvertretende Wahlvorsteher erhalten jeweils 80 Euro, Schriftführrer und Besitzer jeweils 60 Euro.

Dies ist für Georg Wentzel und Frank Pabst aber gewiss kein Motiv, am Muttertag quasi rund um die Uhr in einem Wahllokal zu sein und die Freizeit einzubringen. "Das", sagen sie, "ist aber dennoch eine nette Anerkennung der Stadt."

Quelle: RP
 
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