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Wülfrath
Weniger Flüchtlinge, mehr Asylbewerber

Wülfrath: Weniger Flüchtlinge, mehr Asylbewerber
In dem provisorischen Spielzimmer in der Halle haben die Helfer Spielzeug für die Kinder gesammelt.
Wülfrath. Die Notunterkunft ist derzeit mit 74 Personen nur halb belegt, die Asylbewerberunterkünfte müssen 230 Menschen beherbergen. Von Uwe Reimann

Bürgermeisterin Claudia Panke hatte im RP-Interview auf die ungeheuren Herausforderungen in diesem Jahr hingewiesen. Eine ist die andauernde Flüchtlingsfrage: Wie viele Flüchtlinge kommen künftig nach Wülfrath in die Notunterkunft und wie viele Asylbewerber, die auf ihren Bescheid warten, müssen in Unterkünften untergebracht werden? Fakt ist derzeit: Die Notunterkunft in der Sporthalle am Gymnasium ist mit 74 Personen zurzeit nur halb gefüllt. Darunter sind vor allem Familien mit Kindern. "Es sind derzeit weniger alleinreisende Männer und mehr Familien", sagt NUK-Leiter Christopher Tackenberg. Die Flüchtlinge stammen vor allem wie bisher aus Afghanistan, Syrien und dem Irak. Derzeit warte man darauf, ob die Bezirksregierung bald wieder Flüchtlinge nach Wülfrath schickt, sagt Sozialamtsleiter Mike Flohr. Wann die kommen, könne nicht realistisch eingeschätzt werden. Aber: Die Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung, die in den ersten Monaten von der Stadt heftig kritisiert worden war, ist deutlich besser geworden.

So sahen vor ein paar Wochen die Wohnbereiche aus, als Flüchtlinge ausgezogen waren und die Betten für neue Bewohner fertiggestellt wurden. Derzeit leben 74 Flüchtlinge in der Notunterkunft des Gymnasiums. FOTO: Uwe Reimann

In den städtischen Asylbewerberunterkünften, den Gebäuden also, in denen die Menschen untergebracht sind, die auf eine Entscheidung ihres Asylverfahrens warten, leben derzeit 230 Personen, sagt Sozialamtsleiter Mike Flohr. Das ist eine deutlich höhere Zahl als noch im vergangenen Jahr. Die Unterkünfte an der Wilhelmstraße, In den Eschen und am Rathaus reichen nicht mehr. Die Stadt ist auf emsiger Suche nach neuen Unterkünften, in denen noch nicht anerkannte Asylbewerber leben können. Doch die Lage hat sich ein wenig entspannt, weiß Flohr. Waren es im November und Dezember durchschnittlich 25 Menschen, die Wülfrath zugewiesen wurden, sind es jetzt weniger. Am heutigen Donnerstag werden für diese Woche nur vier Personen nach Wülfrath kommen. "Doch auch hier müssen wir abwarten, wie sich das entwickeln wird", sagt Flohr. Alle Schätzungen wären reine Spekulation.

Das Problem verschärft sich jedoch, denn: Es fehlt deutlich an Wohnraum in Wülfrath. Nicht nur anerkannte Asylbewerber drängen auf den Wohnungsmarkt, die mit den bisher Suchenden um wenige Wohnungen konkurrieren. Auch aus dem Grund bleibt es Aufgabe der Stadt, künftig bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können.

Die Finanzierung ist deutlich besser geworden, sagt Flohr. 2014 seien die Pauschalen pro Asylbewerber angepasst worden, in den nächsten Monaten sollen die noch mal angehoben werden. Die Kosten für die Flüchtlingsunterkunft werden von der Bezirksregierung übernommen, sagt Flohr.

Etwa 150 freiwillige Helfer waren im September am Start, als die ersten Flüchtlinge kamen. Es sind aber weniger geworden, nur noch etwa die Hälfte ist regelmäßig dabei. Wer also helfen möchte, kann sich beim DRK Wülfrath melden.

Quelle: RP
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