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Wülfrath
Wülfrath trauert um Karl-Heinz Herring (94)

Wülfrath: Wülfrath trauert um Karl-Heinz Herring (94)
Karl-Heinz Herring ist im Alter von 94 Jahren gestorben. FOTO: d. janicki
Wülfrath. Karl-Heinz Herring ist tot. Der langjährige Betriebsratsvorsitzende von Rheinkalk, Ehrenvorsitzende des 1. FC Wülfrath, Sozialdemokrat und Bürgermeisterkandidat starb im Alter von 94 Jahren. Familie und Freunde trauern um einen Mann, der mit Wülfrath so verbunden war wie nur wenige weitere.

In einem großen Interview zu seinem 90. Geburtstag sagte Herring: "Ich hatte eine gute Zeit. Wirklich. Aber ich war auch immer korrekt. Da gab's kein Gramm Schrägheit." Der "liebe Gott" habe immer die Hand über ihn gehalten, so beschrieb Herring 2013 seinen Lebensweg. Ein Wunsch wurde ihm jedoch nicht erfüllt: Der bis ins hohe Alter rüstige und sportliche Senior wäre gerne 100 Jahre alt geworden, wie er anlässlich seines 90. Geburtstags verriet.

Beruflich hat Herring eine Wülfrather Karriere absolviert. Vor dem Krieg absolvierte er eine Dreher-Lehre "beim Hebmüller". Aus dem Kriegseinsatz kam er rasch zurück nach Koxhof. Arbeit fand er bei den Kalksteinwerken. Dort leitete er ein Vierteljahrhundert lang den Betriebsrat, 20 Jahre lang gehörte er als Mitglied dem Aufsichtsrat an.

Daneben schlug sein Herz für den Sport, genauer: den Fußball. Mit tiefer Betroffenheit reagierte deshalb der 1. FC Wülfrath, als er vom Tod seines langjährigen Vorstandsmitglieds und Ehrenvorsitzenden erfuhr. Aus dem Nachruf des Vereins: Karl Heinz Herring trat am 1. Januar 1934 in die Sportfreunde Schlupkothen ein, um Fußball zu spielen. Berets in jungen Jahren übernahm er im Verein das Amt des Jugendleiters. Im Jahr 1957 folgte er auf Heinrich Mayer als Vereinsvorsitzender der Sportfreunde Schlupkothen. Diese Funktion bekleidete Herring bis zur Fusion zum 1. FC Wülfrath im Jahr 1975. Seine Vorstandsarbeit hat er im 1. FC Wülfrath bis zum Jahr 2008 als Geschäftsführer fortgesetzt. Nach dem Tod von Karl Huppert wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Obwohl seine Gesundheit einen Besuch der Spiele unseres Vereins in letzter Zeit nicht mehr zuließ, hat er bis zuletzt mit großem Interesse die Entwicklung des Clubs verfolgt. Er habe den Verein eben gelebt und geliebt, sagt der 1. Vorsitzende Michael Massenberg: "Ich habe einen Sportsfreund verloren, der für alle Belange rund um den Verein jederzeit ein offenes Ohr hatte. Wir werden ihn alle sehr vermissen."

Besonders in den schwersten Stunden des Vereins habe Herring, wie viele andere Mitglieder auch, dem Verein die Treue gehalten und jederzeit mit Rat und Tat zur Seite gestanden, um den Verein wieder in ein ruhiges Fahrwasser zu führen.

(dne)
 
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