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Von Wülfrath nach Curahuasi
Wülfrather bauen Schule in Peru auf

Von Wülfrath nach Curahuasi: Wülfrather bauen Schule in Peru auf
Maryse, Christian, Lisanne und Verena Bigalke fühlen sich in Peru wohl. FOTO: Ryan Morigeau
Wülfrath/Curahuasi. Die beiden ehemaligen Lehrer Christian und Verena Bigalke haben innerhalb eines christlichen Hilfsprojektes in Curahuasi, etwa 50 Kilometer entfernt von der weltberühmten alten Ruinenstadt Machu Picchu, eine Schule gegründet. Von Oliver Wiegand

Als Christian Bigalke vor wenigen Tagen nach mehr als zwei Jahren und acht Monaten aus Peru zurück nach Deutschland kommt, ist er schon etwas verwundert. "Ich hatte gar nicht mehr in Erinnerung, wie ordentlich und unglaublich geregelt hier alles ist".

Ein geregeltes Leben hatten die Bigalkes auch bis vor knapp drei Jahren. Christian Bigalke arbeitete als Lehrer für Spanisch und Französisch in Wuppertal, seine Frau Verena war Lehrerin in der Wülfrather Parkschule. Bis sie sich entschlossen, ihr Leben komplett umzukrempeln. Als Christen hatten sie schon lange den Wunsch, in der Entwicklungsarbeit tätig zu werden. Die Deutsche Missionshilfe suchte einen Direktor für eine Schule in der kleinen Stadt Curahuasi in den peruanischen Anden. Bigalke hat sich beworben und nahm die Herausforderung an.

Die Schule liegt in den Anden. Die 9000-Einwohner-Stadt Curahuasi liegt auf 2700 Metern Höhe. Die Einwohner leben von der Landwirtschaft.

Die 9000 Einwohner zählende Stadt Curahuasi liegt etwa 50 Kilometer entfernt von der weltberühmten alten Ruinenstadt Machu Picchu. "Das ist aber Luftlinie, dazwischen liegen ein paar 6000 Meter hohe Berge", sagt Christian Bigalke, der jetzt für die nächsten vier Monate mit seiner Familie wieder in Wülfrath in einer möblierten Wohnung lebt.

Die kommenden Wochen möchte er nutzen, um für Spenden für seine Schule zu werben. Wer möchte, kann eine Patenschaft für einen Schüler übernehmen. Gesucht werden aber auch Musikinstrumente vom Klavier bis hin zu Trompete oder Schlagzeug. "Wir packen alles in einen Übersee-Container", sagt Bigalke. Gebrauchen kann die Schule in Curahuasi so gut wie alles, damit der Musikunterricht ausgebaut werden kann.

Maryse Bigalke hat schon viele peruanische Freundinnen in der Schule gefunden.

Rund 250 Schüler werden zurzeit unterrichtet, bis zu 600 Schüler sollen es werden. Etwa ein Drittel der Schüler stammt aus sehr armen Familien, die restlichen Schüler müssen 35 Euro im Monat bezahlen. Dafür werden die Kinder von morgens um 7 bis nachmittags um 17 Uhr betreut. Es gibt Förderunterricht aber auch Gruppen für Schüler, die schon etwas weiter im Lernstoff sind.

Als die Bigalkes vor fast drei Jahren in Curahuasi dort ankamen, stand die Schule nur im Rohbau. "Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, die Schule von Grund auf neu aufzubauen", sagt Bigalke, der jetzt der Chef von 17 Lehrern ist. Eine Herausforderung, der er sich gestellt hat. Er war Oberstudienrat, hat nie eine Schule geleitet. Doch die Erfahrung möchte er nicht mehr missen. Wie sind die Schüler im Vergleich zu Schülern in Wuppertal oder Wülfrath? "Auf jeden Fall viel höflicher" , sagt Bigalke.

Im September wird er mit seiner Familie für weitere drei Jahre nach Peru zurückkehren. Es gibt noch einiges zu tun. Peru hat in der weltweiten Pisa-Studie am schlechtesten abgeschnitten. "Die Schüler verstehen die Texte nicht, die sie lesen. Das ist auch nie so geübt worden. Das möchte ich ändern", sagt Christian Bigalke. Peru wird wahrscheinlich nicht die letzte Herausforderung bleiben. Nächstes Ziel: vermutlich Afrika.

Quelle: RP
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