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Wülfrath
Wülfratherin öffnet ihren Garten für alle

Wülfrath: Wülfratherin öffnet ihren Garten für alle
Die 86-Jährige Gerda Rogge lädt im Diakonissenweg in der Diakonie Aprath zum Rundgang durch ihren Garten ein. Sie lebt vegetarisch und ernährt sich das ganze Jahr über aus ihrem Garten. FOTO: Mikko Schümmelfeder
Wülfrath. Jedes Jahr bitten Privatgärtner anlässlich der "Offenen Gartenpforte" in ihr grünes Domizil. Dazu gehört auch Gerda Rogge. Von Sabine Maguire

Sie läuft an den Beeten entlang und plaudert mit ihren Pflanzen oder über sie: Begleitet man Gerda Rogge durch ihren Garten in der Diakonie Aprath, so gleicht das einem Erlebnisspaziergang der ganz besonderen Art. Die 86-Jährige ist derart agil, dass man nur staunen kann. Noch immer ist sie beinahe jeden Tag draußen im Grünen, und wenn man es ganz genau wissen will, stellt man fest: Ihr Gartenjahr nimmt eigentlich kein Ende.

Ihr Domizil unter freiem Himmel scheint sie nicht nur jung zu halten, sondern es ist dazu auch zum Quell der Lebensfreude geworden. Eine Hecke namens Mina Knallenfalls und Udo, der im heimischen Japan als Spargelersatz im Kochtopf landet: Es sind wunderbare Bekanntschaften, die man am Diakonissenweg machen kann. Dazu gibt's hier noch ein Salatblatt zum Probieren und dort ein paar nützliche Gartentipps. Und nicht zu vergessen: Die kuriose Regenwurmzucht im Kompost. Dort ringeln sie sich zwischen Gemüseabfällen und Eierschalen, die fleißigen Erdarbeiter. "Würde ich sie zählen, ich wäre wohl Millionärin", kommentiert Gerda Rogge ihre Zuchterfolge.

Dabei hatte alles ganz klein angefangen - mit einem Paket, das per Post bei ihr eintrudelte. Als sie der Postbotin verriet, was die gerade abgeliefert hatte, habe es von deren Seite leichte Irritationen gegeben. Augenscheinlich kann nicht jeder etwas mit dem Faible für Regenwürmer anfangen.

Aus der Kleinfamilie, die damals im Kompost einzog, ist hingegen längst eine imposante Ansiedlung geworden.

Was Regenwürmer besonders mögen? Kaffeesatz! "Damit fühlen sie sich richtig wohl", spricht die leidenschaftliche Hobbygärtnerin über die kulinarischen Vorlieben ihrer Gartenbewohner.

Die wiederum danken ihr die aufmerksame Fürsorge mit reichlich Erde, die auch auf den Hochbeeten landet. Dort wächst vom Frühjahr bis zum Herbst allerlei Gemüse, mit einem Netz vor aufdringlichen Räubern geschützt. "Ich lebe vegetarisch und ernähre mich das ganze Jahr über aus meinem Garten", erzählt Gerda Rogge. Gerade gibt´s die ersten Radieschen zu ernten und direkt nebenan wächst der Mangold. Pastinaken, Möhren und Sellerie werden im Herbst eingetütet und über den Winter hinweg kühl gelagert, bis sie irgendwann auf dem Mittagstisch landen. Im Kräuterbeet wächst Brahmi, um mit zwei Blättchen am Tag dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Und in Sichtweite gedeiht Jiaogulan, die Pflanze der Unsterblichkeit.

Ach ja, da wären auch noch die gefiederten Gartenbewohner, zu denen Gerda Rogge ein besonders inniges Verhältnis pflegt. In einer kleinen Gießkanne brütet das Rotkehlchen, im Rosenstrauch nebenan hat sich unterdessen ein Amselpärchen niedergelassen. Und was sich dort abspielt, ist durchaus kurios.

"Sie hat das Nest allein gebaut und er saß daneben", berichtet Gerda Rogge von ihren Beobachtungen. Offenbar ist sie dem Treiben eines gefiederten Faulenzers auf die Schliche gekommen, der sich auch um seine Brut weniger zum kümmern scheint als seine Amseldame. Ob er sich derweilen bei der Nachbarin herumtreibt? Das weiß auch Gerda Rogge nicht.

Quelle: RP
 
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