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Wülfrath
Wülfraths Schuldenberg wächst wieder

Wülfrath. Nach zwei Jahren sinkender Schulden steigt die Verschuldung in der Kalkstadt wieder auf jetzt 70,4 Millionen Euro. Jeder Wülfrather steht also mit mehr als 3200 Euro in der Kreide. Das derzeit niedrige Zinsniveau hilft dem Kämmerer. Neues Geld kostet fast nichts. Von Uwe Reimann

Der jüngste Schuldenhöchststand in Wülfrath war 2012 erreicht. 72,2 Millionen Euro Schulden drückten die Stadt und knebelten die Handlungsfähigkeit der Verwaltung extrem. 2013 (69,9, Millionen Euro) und 2014 (67,6) verminderte sich der Schuldenberg aufgrund er allgemeinen Konjunkturlage aber auch wegen der lokalen Sparbemühungen, Nun aber geht es wieder "aufwärts": Der Schuldenstand der Stadt liegt derzeit bei 70,4 Millionen Euro.

Die Gründe für den erneuten Anstieg des Minus sind vielfältig. Die Sozialhilfeausgaben steigen, aber vor allem musste die Stadt satte Gewerbesteuerrückzahlungen an Wülfrather Unternehmen leisten. Allein ein Fall aus dem Jahr 2004 belastete die Stadt mit einer hohen Millionensumme. 22,9 Millionen Euro sind Investitionskredite. Schulden also, denen ein Wert in den Büchern der Stadt gegenübersteht (zum Beispiel Baumaßnahmen). Die aktuelle Liquiditätskredite belaufen sich auf 47,5 Millionen Euro. Diese oft als Konsumkredite geschmähten Gelder fließen ins operative Geschäft, ohne dass dauerhaft Gegenwerte dafür der Stadt erhalten bleiben. Variierten die Zinslasten für die Investitionskredite über die vergangenen Jahre zwischen 950.000 und 1,2 Millionen Euro, ist der Zinsabfall in der Weltwirtschaft auch an den Liquiditätskrediten der Stadt Wülfrath abzulesen. Für beispielsweise 44,5 Millionen Euro an Liquiditätskediten musste die Stadt im Jahr 2011 noch mehr als 532.000 Euro zahlen. Für jetzt 47,5 Millionen sind es keine 120.000 Euro mehr. Der durchschnittliche Zins der Wülfrather Kredite liegt nur noch bei 0,14 Prozent. neueste Kredite kosten zum Teil nur noch 0,03 Prozent.

Ritsche freut's, und er muss weiter auf niedrige Zinsen setzen. Setzen müssen, denn das billige Geld ermöglicht, dass Wülfraths Schulden nicht ins Unermessliche steigen. Deshalb ist bei Stadt und Politik die Befürchtung groß, das steigende Zinsen zu wieder teureren Krediten in der Kalkstadt führen. Spätestens dann wäre eine Schwarze Null im Haushalt Illusion, dann stiegen die neuen Schulden deutlich an. In einer Vorlage der Stadt für den Finanzausschuss heißt es: "Das Liquiditätskreditportfolio ist überwiegend mit kurzen Laufzeiten bzw. Restlaufzeiten aufgenommen. Damit unterliegt nahezu das gesamte Liquiditätsportfolio dem vollen Zinsrisiko. Derzeit ist ein kurzfristiger, erheblicher Zinsanstieg von hier nicht erkennbar."

Quelle: RP
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