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Wülfrath
Heiße Musik und Riesenstimmung

WüRG lädt zum Open-Air-Konzert in den Stadtpark
Das Besondere beim Open-Air-Konzert: Alle Generationen kommen zusammen und verleben schöne Stunden. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Die WüRG hatte zum achten Mal zum großen Open-Air-Konzert in den Stadtpark eingeladen. Die Ballbreakers aus Krefeld spielten Songs aus der Rockgeschichte vor 2000 begeisterten Gästen. Von Lars Mader

Mag Mama auch warnen: "Geh nicht in den Park; da sind die Würger!": Zum achten WüRG im Park-Fest blühte die öffentliche Grünflache für etwa 4000 Tagesbesuchern zum verheißenen Land des Hardrocks auf. Ein wenig rauer ging es dort schon zu. Bereits auf dem Weg zum Festivalgelände schaltete der Körper bei den ersten zu vernehmenden Basstrommelschlägen auf Biestmodus um. Brustkorb raus und der weiche Wiesenboden verführte dann zum breiten Cowboygang.

Giftig Grün wie Geisterschleim kam das Freiluftereignis in diesem Jahr daher. Das fluoreszierende Farbdesign entstammt einer Idee von Vereins-Fotografin Steffi Nickel und hatte auf über die Stadt gepflasterten Neonpostern schon auf den Grünspuk eingestimmt. Vor Ort konnte sich jeder, der sich zum Rocken bekennen wollte, eines der grünglänzenden WüRG-Fest-T-Shirts überstreifen.

Gleiches taten auch die WüRG Allstars 2015. Alle zwei Jahre, wenn erneut eine Bühnensause ansteht, formiert sich aus den Mitgliedern ein neuer bunter Haufen und führt eine Jamsession vor Publikum aus. Diesmal hatte Saxofonistin Vera Kuhlen fünfzehn Musiker um sich versammelt und in der Woche vor den Sommerferien in täglichen Proben zur Einheit geschliffen. Zwei der Kinder, Lian-Alexa und Vincent, sangen schier schwebelos mit, etwa bei einem mitreißenden Hit "Uptown Funk"; wie zum Beweis für das große WüRGer Nachwuchspotenzial. Reserviert für diese wilde Bande ist stets ein prima Startplatz am späten Nachmittag. Da hatten die ersten Showacts, wegen ihrer harten Arbeit des Anlockens der Zuschauer "Opferlämmer" genannt, bereits die Stimmung angeheizt.

In die auflodernde Glut auf der inzwischen gefüllten Wiese gossen die Allstars weiter Öl, etwa mit dem fetten Sound einer Country-Punk-Version von "Ring of Fire" samt feinem Gröhlchor.

WüRG im Park 2015 fiel in einen Sommer, in dem Festivalveranstalter, wie jene von "Rock am Ring" und "Grüne Hölle", mit Kampfgeboten für Topacts ihre hässliche Kommerzfratze zeigten. Dabei hatte Sängerin Joni Mitchell die Ursubstanz des einst idealistischen Festivalgedankens "goldenen Sternenstaub" genannt.

Genau dieser glänzende Staub, in diesem Jahr mit dem bereits besagten Würger Grünspan überzogen, war nicht nur durch die Einbindung eingefleischter Festivalhopper wie "Who's Pinski" aus Köln in das Line-up spürbar. Auch das wirbelnde Wirken vieler Freiwilliger, wie dem Schlupkothener Kulturteam an den Versorgungsständen, den Musikfreunden am Infostand der Städtepartner und der Velberter Tafel für Niederberg bei der Popcorn- und Reibekuchenproduktion trug zum Zauber des Gemeinschaftsgefühls bei.

Hutträger Chris Hankammer von "Toppaman" huldigte einen beherzten Dankesruf im Namen der Musiker und Hörer ins Mikro: "Wir können so froh sein, dass das hier heute Abend stattfindet und dafür sind die WüRG und alle, die hier ehrenamtlich arbeiten, verantwortlich."

Klar, ganz ohne Budget der Sponsoren wäre es schwierig, für die ganz besonderen Momente, wie den der von den Socken hauenden Aufführung der "Ballbreakers" vor rund 2000 Zuschauern, zu sorgen. Die Krefelder kommen ihren Originalidolen zum Verwechseln nahe und "AC/DC" haben eben, neben "Kiss" und "Queen", nicht weniger als die beeindruckteste Präsenz der Rockgeschichte zu bieten.

Quelle: RP
 
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