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Xanten
50 Jahre Wald-Campingplatz Speetenkath

Xanten: 50 Jahre Wald-Campingplatz Speetenkath
Geschäftsführerin Patricia Freifrau von Wolff-Metternich präsentiert vor ihrem Elternhaus "Haus Seelen" den "Speetenkath"-Katalog. FOTO: RP-Foto Olaf Ostermann
Xanten. Im Jahre 1966 hat Ferdinand Freiherr von Wolff-Metternich das Gelände im Xantener Wald freigegeben. Von Peter Kummer

Der Campingurlaub an der Nordsee im Jahr 1966 dauerte für Familie Berger gerade einmal einen Tag, dann zog es sie schon zurück an den Niederrhein. Nach einer kleinen Irrfahrt zu verschiedenen, allesamt aber voll belegten Zeltplätzen am Rhein landete sie schließlich auf dem gerade erst eröffneten Waldcampingplatz Speetenkath an der Grenze von Xanten und Labbeck. Und hat ihm bis heute ohne Unterbrechung die Treue gehalten. Vor 50 Jahren hat Ferdinand Freiherr von Wolff-Metternich den Campingplatz im Wald eröffnet. Und seit 50 Jahren haben Gisela und Heinz Berger ihre Parzelle im hinteren Teil des Platzes; aus dem kleinen Zelt ist inzwischen ein stattliches Mobilheim mit befestigtem Vorraum als Wohnküche geworden.

"Unseren einjährigen Sohn hatten wir bei meiner Mutter gelassen. Doch in Cuxhaven hatten alle ihre Kinder mit. Da sind wir wieder gefahren", erinnert sich Gisela Berger. "Als mein Mann vom Wasser zurückkam, war alles schon gepackt." Unterwegs bei der Suche hörten sie, dass im Xantener Wald ein neuer Campingplatz eröffnet hatte. "Da war nichts außer Wiese", sagt der Moerser Heinz Berger. Schnell war die Parzelle ausgemessen, nicht mit dem Zollstock, sondern Pi mal Daumen mit Schritten festgelegt. Ganze sechs Parteien hatten sich anfangs auf dem Platz niedergelassen, bald standen hier aber schon 20 Wohnwagen. "Eigentlich wollten wir nur die restlichen Urlaubstage bleiben. Doch dann hat es uns so gut gefallen, dass wir die Pacht bis zum Herbst ausgedehnt haben." So kam eine Verlängerung nach der anderen; längst ist die Moerser Familie zum Dauermieter geworden.

Gisela und Heinz Berger aus Moers sind seit Juni 1966 ununterbrochen zu Gast auf dem Platz im Wald. FOTO: Armin Fischer

Die Idee für den Waldcampingplatz habe ihr Vater aus dem Nichts heraus gehabt, erzählt die heutige Geschäftsführerin Patricia Freifrau von Wolff-Metternich. Der Baron ließ sich auch von Einwänden anderer nicht beirren, dass ein solches Urlaubsangebot mitten im Wald doch nicht gehe. "Das war typisch Vater. Er hatte eine Idee und gesagt: Wir machen das." Mit den Jahren erweiterte der Campingplatz sein Angebot, ein Duschhaus kam hinzu, ein Badesee und ein Spielplatz. Heute haben dort 364 Parteien fest ihre Parzellen gepachtet. Dazu kommen die Tagesgäste, die für einige Tage Erholung suchen. Große Hoffnungen setzt die Freifrau in den Ausbau der Boxteler Bahn zu einem Radweg, der sich bis zur Grenze fortsetzt. "Er führt direkt an uns vorbei. Wir haben viele Gäste aus den Niederlanden."

Von Februar bis November sind die Bergers an jedem Wochenende auf dem Platz, im Sommer auch mitten in der Woche. Das Gefühl von Freiheit, sagt Gisela Berger, mache die Zeit hier so lebenswert. Ihr Mobilheim umgibt saftig-grüner Rasen, die Blumen sorgen an den verschiedenen Stellen für blühende I-Tüpfelchen, die Terrasse an der Seite ist überdacht, ein Badhäuschen komplett eingerichtet inklusive Heizung und Dusche. "Ich muss mich nicht umziehen, wenn ich rausgehen möchte. Egal, ob es schneit, regnet oder stürmt - ich ziehe meine Regenjacke an und gehe einfach in den Wald. Er strahlt eine unwahrscheinliche Ruhe aus", sagt Gisela Berger. Und ihr Mann ergänzt: "Wir werden herkommen, solange es gesundheitlich geht."

Die beiden Moerser denken gerne an die ersten Jahre auf dem Platz zurück, auch wenn der Komfort zum Beispiel mit eigenem Bad und einem Fernseher erst später hinzukam. "Der Zusammenhalt war groß, eine Hand hat der anderen geholfen", berichtet Heinz Berger.

Das Festprogramm auf dem Zeltplatz am Samstag, 23. Juli: 15 Uhr Festansprache von Geschäftsführerin Patricia von Wolff-Metternich, Bewirtung und Rahmenprogramm mit Planwagen, Hüpfburg und Zuckerwatte; 15.30 Uhr Grußwort des stellvertretenden Bürgermeisters Volker Markus; 16 Uhr Einsegnung des Campingplatzes durch den Dompropst Klaus Wittke, 16.30 Uhr Jagdbläser, 18 Uhr Tanz und Grillen

Quelle: RP
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