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Zum Sonntag
Abschiedsgedanken

Xanten. Pfarrer Wolfgang Schmitz wird in Kürze Rheinberg verlassen. Hier schreibt er auf, wie er den nahenden Abschied empfindet und welche Kraft er dabei aus dem Glauben schöpfen kann.

Der Abschied rückt näher. In genau zehn Tagen steht der Umzugswagen vor der Tür. In unseren Räumen mehren sich die Umzugskisten. Alles erinnert an Abschied. Mehr noch die Wege, der Gang morgens mit dem Hund über den Wall, ein Spaziergang durch die Stadt. In zwei Wochen wird das anders sein. Und dann die Menschen, vor allem die Menschen, Begegnungen unterwegs, Menschen in den Gottesdiensten und Gruppen, Besuche und Gespräche. Der Abschied fällt schwer. Natürlich, ich bin ersetzbar hier in meinen Aufgaben und an dem neuen Ort, in Enniger gibt es auch Menschen. Und doch, die Beziehung, die Geschichte, die wir miteinander teilen, ist nicht austauschbar, nicht wiederholbar, eine einzigartige Zeit. Das spricht Gott uns zu. Er ist der Gott Abrahams, Issaks und Jacobs, er ist der Gott, der uns durch die Geschichte und mich und jeden einzelnen durch seine Lebenszeit begleitet. Und er ist der Gott, der mit uns unterwegs ist, auch damals, als Abraham aufbricht aus Ur in Chaldäa, um in einem anderen Land Gottes Spuren zu suchen und zu finden. Auch von Jesus erzählen die Evangelien, dass er immer wieder aufbricht, weggeht zu anderen Orten und vor allem zu anderen Menschen und dass auf den Wegen vieles heil wird, sich Heilung ereignet und Gottes Liebe sichtbar wird.

Das macht mir Mut, nicht stehen zu bleiben, nicht in Wehmut zu versinken, sondern loszugehen - ein bisschen wie Jesus, nicht alleine, mit Anne und mit Ronja unserem Hund - aber auch anders als Jesus, mit mehr Gepäck, ein ganzer Umzugswagen voller notwendiger und überflüssiger Dinge- vor allem aber mit vielen Erinnerungen an Menschen und Begegnungen im Herzen. Das wünsche ich Ihnen und uns, dass wir die guten Begegnungen bewahren und Kraft schöpfen, und dass wir neue Wege wagen, Erfahrungen zulassen, offen sind für neue Menschen und damit für Gott neue Wege. Ich danke Ihnen für eine gesegnete Zeit in Rheinberg und im Dekanat Xanten und wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende und Gottes erfrischenden Geist,

Wolfgang Schmitz, Dechant

Quelle: RP
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