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Xanten
Ärzte warnen: Bluthochdruck wird oft unterschätzt

Xanten. Vielfältige Hilfe im St.-Clemens-Hospital. Das Gelderner Krankenhaus ist als Hypertonie-Zentrum anerkannt.

Bewegung, Normalgewicht, Nikotinverzicht und bewusste, salzarme Ernährung - diese Maßnahmen helfen, den Blutdruck bis ins hohe Alter zu stabilisieren. Denn der Bluthochdruck (Hypertonie) gehört zu den Risikofaktoren für ernsthafte Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Studien zufolge leidet etwa jeder Dritte an einem zu hohen Blutdruck. Ist eine medizinische Abklärung notwendig, helfen zertifizierten Spezialisten vor Ort. Erste Anlaufstelle im Kreis Kleve ist die Klinik für Innere Medizin im Gelderner St.-Clemens-Hospital, die als Hypertonie-Zentrum durch die Deutsche Hochdruck-Liga (DHL) anerkannt ist.

"Die meisten Menschen kennen den optimalen Wert von 120 zu 80", erklärt Chefarzt PD Dr. med. Andreas Fußhöller. Es gibt aber auch andere Zielwerte, beispielsweise für ältere Patienten, Kinder, Schwangere oder Diabetiker. "Wichtig ist immer eine individuelle Therapie", so Fußhöller.

Die Tücke der Hypertonie liege darin, dass sie nicht immer erkannt werde. Denn die Erkrankung verlaufe in der Regel schmerzfrei, unter Umständen werde sie jahrelang nicht diagnostiziert. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck aber wirkt sich nachteilig auf die Gefäßwände aus. Schlaganfall, Niereninsuffizienz, Störungen der Durchblutung und der Herzfunktion drohen. Fußhöller: "Symptome wie Sehstörungen, häufiges Nasenbluten oder Kopfschmerz müssen deshalb unbedingt ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden."

Ansprechpartner ist der Hausarzt, der den Blutdruck medikamentös einstellt. Gelingt das nicht oder sind weitere Untersuchungen angeraten, führt der Weg ins Hypertonie-Zentrum.

Neben einer ambulanten Sprechstunde bietet das Krankenhaus die Möglichkeit der stationären Betreuung. Aufgenommen werden vor allem Patienten mit akut stark entgleistem Blutdruck oder mit Verdacht auf eine organische Ursache der Erkrankung. "Schnarchen beispielsweise kann zu einer insbesondere nächtlichen Hypertonie führen. Zur Abklärung führen wir ein Screening mit Spezialgeräten durch", erklärt Fußhöller.

Weitere mögliche Auslöser sind hormonelle Ursachen, Nierenfunktionsstörungen oder eine Veränderung an den Nebennieren. In allen Fällen zieht das Hypertonie-Team Spezialisten aus anderen Abteilungen hinzu. "Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Fachabteilungen wie Radiologie, Kardiologie oder Neurologie innerhalb unseres Hauses sehe ich als großen Gewinn."

Regelmäßig bespricht der Internist radiologische Befunde mit Dr. Cordula Dohmen, Chefärztin der Radiologie. "Anhand der Aufnahmen können wir etwa Verengungen der Nierengefäße erkennen. Oder wir finden gutartige Wucherungen an der Nebenniere", erläutern Dohmen und Fußhöller. Entsprechend zügig werden Maßnahmen eingeleitet.

"Hypertonie ist ein Problem, das viele betrifft", warnt der Chefarzt. "Dabei gilt: Je früher das Problem erkannt wird, desto weniger Schäden sind zu erwarten."

Deshalb rät Dr. Fußhöller zu regelmäßigen Kontrollen per Messgerät: "Beim Arzt, dem Apotheker oder mit einem geeigneten Gerät zu Hause."

Quelle: RP
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